Köthen: War Diebesbande auch in der Brauerei?

20.06.2012 18:37 Uhr | Aktualisiert 20.06.2012 21:22 Uhr
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Diebe auf dem Erdbeerfeld

Auf einem Erdbeerfeld steckten die Diebe mit ihrem Lkw fest und mussten Fahrzeug und Beute zurücklassen. (FOTO: POLZEI VILLINGEN-SCHWENNINGEN)

Von Helmut Dawal
War die Diebesbande, die am vergangenen Freitag bei einer Brauerei in Wernigerode beim Stehlen von leeren Bierfässern auf frischer Tat ertappt wurde, auch in Köthen aktiv?
Köthen/Villingen-Schwenningen/MZ. 

Diese Frage stellt sich mit Blick auf einen Diebstahl, von dem im Sommer 2010 die Köthener Brauerei GmbH betroffen war. Dem Unternehmen entstand dadurch ein Schaden von rund 30 000 Euro. Die Straftat konnte noch nicht aufgeklärt werden. Auch das Ausloben einer Geldprämie durch die Brauerei-Geschäftsleitung ergab keine Hinweise zu den Tätern.

"Der Fall in Köthen ist hier bekannt. Wir versuchen nun abzugleichen, ob die jetzt festgenommene Bande damit etwas zu tun hat", sagte am Mittwoch Günter Hones, Sprecher der Polizeidirektion Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg), die die Ermittlungen führt, auf Anfrage der MZ.

Im März dieses Jahres wurde in Donau-eschingen vom Gelände einer Brauerei eine komplette Lkw-Ladung leerer Bierfässer im Wert von rund 50000 Euro gestohlen. In der Nacht zum 27. Mai versuchten es die Täter erneut. Doch blieb ihr mit leeren Fässern beladener und in Polen zugelassener Lkw in einem Erdbeerfeld stecken. Die Diebe machten sich aus dem Staub. Die Kriminalisten führten nun bundesweite Überprüfungen zu ähnlichen Fällen durch und leiteten verdeckte Ermittlungsmaßnahmen ein. Sie führten letztlich zum Erfolg. Die fünfköpfige ukrainisch-polnische Tätergruppe, die in Rathenow (Brandenburg) lebte, konnte dingfest gemacht werden.

Auf über 20 vergleichbare Fälle waren die Ermittler gestoßen. "Elf davon konnten wir der Bande bereits zuordnen. Der Schaden, den sie dabei anrichtete, beläuft sich auf rund eine halbe Million Euro", teilte Hauptkommissar Hones mit.

Brauerei-Chef Michael Schölzel hat den MZ-Bericht über die Festnahme der Fass-Diebe aufmerksam gelesen. Zwischenzeitlich sei er auch von Kriminalisten aus Villingen-Schwenningen angerufen worden, die Einzelheiten zum Diebstahl in Köthen wissen wollten. "Unsere Fässer kriegen wir sicher nicht mehr zurück. Wichtig ist aber, dass eine kriminelle Bande festgesetzt wurde, die erst einmal nichts mehr machen kann", sagte Schölzel. Sollte der Bande auch der Köthener Diebstahl nachgewiesen werden können, werde ihn das mit Genugtuung erfüllen.