In Brandenburg wird nahe der Ortschaft Lütkenwisch am Donnerstag eine tote Kuh aus der Elbe geborgen. (FOTO: DPA)
Die Zahl der an Milzbrand gestorbenen Rinder einer Herde aus dem Landkreis Stendal ist weiter gestiegen. Mit zwei weiteren Tieren seien mittlerweile neun Rinder nachweislich an der Infektionskrankheit verendet, sagte ein Sprecher des Agrarministeriums am Freitag in Magdeburg. Eine entsprechende Diagnose des Landesamtes für Verbraucherschutz in Stendal sei vom Friedrich-Löffler-Institut in Jena bestätigt worden.
Eine an Milzbrand erkrankte und in die Elbe gefallene Kuh der Herde wurde in Brandenburg gefunden. Sie sei bereits am Donnerstag vom zuständigen Veterinäramt isoliert und geborgen worden, sagte der Brandenburger Landestierarzt Klaus Reimer. Das Tier war am Donnerstag auf einer Weide am Elbufer verendet und sollte abtransportiert werden, so ein Sprecher des Agrarministeriums in Magdeburg. Bevor das geschehen konnte, wurde jedoch ihr Kadaver weggespült. Ursprünglich waren die Behörden von zwei toten Rindern in der Elbe ausgegangen. Die andere vermisste Kuh tauchte später wieder auf.
Der Fund der an Milzbrand gestorben Kuh stellt nach amtlicher Einschätzung keine Gefahr für die brandenburgischen Tierbestände dar. Wie Reimer sagte, ist eine Ansteckung nur durch direkten Kontakt mit Milzbrandsporen möglich. Der Fundort müsse noch desinfiziert werden.
„Ab Montag werden Experten des Robert-Koch-Instituts die Weide der Tiere untersuchen“, sagte der Sprecher des Landratsamtes Stendal, Edgar Kraul. Dort vermuten Experten die Erreger. Wahrscheinlich hätten sich die Tiere auf der Weide beim Grasfressen infiziert. Es werde geprüft, ob die betroffenen Weidefläche in der Vergangenheit ein Platz war, auf dem verendete Tiere begraben wurden. Um eine weitere Ausbreitung des Milzbrandes zu verhindern, sei die betroffene Herde isoliert und auf eine andere Weide getrieben worden, so Kraul.
In den zurückliegenden beiden Wochen seien zwei weitere Tiere der Herde gestorben, sagte Kraul. Dabei handelte es sich um eine Kuh, bei der nicht mehr nachgewiesen werden könne, ob sie Milzbrand hatte. Ein Kälbchen sei definitiv nicht an der Krankheit gestorben.
Etwa 50 Menschen, die mit den Tieren Kontakt hatten, seien untersucht und vorsorglich mit Antibiotika behandelt worden, sagte Kraul. Erkrankungen seien nicht diagnostiziert worden. Nach Expertenansicht infizieren sich Menschen kaum.
Die letzten Milzbrandfälle bei Tieren in Deutschland seien 2009 in Bayern aufgetreten, teilte das Agrarministerium weiter mit. Milzbrand wird von Bakterien verursacht. Befallen werden vor allem Paarhufer wie Ziegen, Schafe, Rinder und Pferde.