Mit einem Spezialgerät reinigt David Peters den Boden eines Planschbeckens im Freibad Piesteritz. (FOTO: ACHIM KUHN)
Verlockend glitzert die Sonne auf den Wasserflächen, die Luft ist warm, die Becken leer. Zum Reinspringen! Das Wasser? 17,5 Grad. Brrr. Aber das wird noch ein bisschen besser bis Samstag, verspricht Wittenbergs Bäderschef Manfred Sielaff. Wieviel? Immer drei Grad mehr als in den anderen Badegewässern, sagt er vorsichtig, also 18, vielleicht sogar 20 Grad. Am Samstag beginnt auch in Piesteritz die Freibad-Saison. Das Wetter wird durchwachsen sein, man darf auch sagen: eher mies.
Am Bad aber soll's nicht liegen, wenn das am Samstag kein ungetrübtes Vergnügen wird. Becken und Gelände sind in der ruhigen Zeit auf Vordermann gebracht worden, Spielgeräte wurden generalüberholt und vom Tüv abgenommen, zwei neue Sonnensegel spannen sich in Orange und Gelb über den Rasen. Und die Schlauchsolaranlage auf dem Dach der Gebäude hatte in den letzten Tagen reichlich Gelegenheit, das Badewasser im Umwälzprozess zumindest ein bisschen zu erwärmen, auf besagte 17,5 Grad eben. Der Erdgasheizkessel, der aus dem Freibad ein beheizbares Freibad macht, geht in der Regel wie berichtet nur vor Wettkämpfen in Betrieb, wenn Wassertemperaturen von mindestens 25 Grad gefragt sind. Schließlich, sagt Sielaff, frisst dieser Kessel dann etwa 50 Euro - pro Stunde. Zu erwärmen sind, solar oder so, sagenhafte 1 940 000 Liter Wasser.
Während das Wasserspiel friedlich plätschert und ein Stück weg der Auszubildende David Peters einem flachen Beckenboden mit einem Spezialgerät zu Leibe rückt, auf dass alles rein sei zum Eröffnungstag am Sonnabend, lässt Bäderchef Sielaff das angedrohte Schlechtwetter ein bisschen außen vor und berichtet von den "Highlights" der bevorstehenden Saison. Da ist der Luther-Cup zum Stadtfest am 9. und 10. Juni mit Teilnehmern aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, den sich die Öffentlichkeit anschauen kann vom Beckenrand aus (Badebetrieb ist dann natürlich nicht), da ist die Festveranstaltung "100 Jahre Landesschwimmverband Sachsen-Anhalt " im September (dito) und ein Cross-Golf-Turnier am 16. jenes Monats. Und für das kommende Jahr kündigt Manfred Sielaff dann die Übernahme der Gastronomie samt Neubau eines Kiosks an; geplant sei 2013 zudem der Bau eines Kletterfelsens. Jetzt muss sich einfach das Wetter noch ein bisschen zusammenreißen. Aber zum Glück gibt es in diesem Jahr ja erstmals Alternativen in Piesteritz: Die Schwimmhalle bleibt wie berichtet den ganzen Sommer über geöffnet. Dafür wurden zusätzliche Kräfte eingestellt, so Sielaff, darunter zwei Kassiererinnen. Die Preise seien unterdessen stabil geblieben, seit 2007.