Kreis Wittenberg: Carolin sagt Danke

06.07.2012 19:09 Uhr | Aktualisiert 06.07.2012 20:09 Uhr
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Carolin

Carolin zeigt Post aus der Grundschule Holzdorf und Dankeskarten an alle Helfer, von ihr gestaltet. (FOTO: G. ZAHN)

Die leukämiekranke 14-Jährige Carolin und ihre Familie sind für die große Unterstützung, die sie durch das Benefiz-Fußballmatch der Wittenberger Stadträte und der Jessener Prominenz erhalten haben, sehr dankbar.
Holzdorf/MZ/GZN. 

Carolin sitzt auf ihrem Bett. Wichtig: Es ist ihr Bett in ihrem Zimmer bei ihrer Familie in Holzdorf. Wenn alles gut geht, wird die leukämiekranke 14-Jährige künftig wieder viel öfter darin schlafen können. In den vergangenen Tagen hat sie mit ihrer Mutter Beatrice viele kleine Bildchen gebastelt - als Dankeschön für die große Unterstützung, die sie durch das Benefiz-Fußballmatch der Wittenberger Stadträte und der Jessener Prominenz erhalten hat.

"Ich kann es noch immer kaum glauben, dass ich mit dem Ministerpräsidenten Reiner Haseloff auf dem Sportplatz stand. Schade, dass Carolin nicht dabei sein konnte. Immer, wenn wir die Fotos von diesem Sonntagvormittag sehen, kommen uns vor Freude die Tränen", sagt Beatrice Richter. "Dass uns so viele Menschen unterstützt haben, werden wir nie vergessen. Es ist purer Wahnsinn, und wir können einfach nur Danke sagen."

An die 4 000 Euro hat die Familie als Spende überreicht bekommen. Davon wurden zwei dringende Rechnungen bezahlt. Außerdem haben die Eltern ihrer Tochter einen Wunsch erfüllt: Mit einer Wii-Station kann sie sich nun vergnügen und ein wenig körperlich fit machen. Die Hälfte der Summe ist aber noch vorhanden - und bekommt sogar Zinsen. "Wir haben Carolin ein Konto angelegt."

Glücklich zeigt Carolin auf einen Stapel von Briefen: 27 sind es allein aus der Evangelischen Grundschule in Holzdorf. "Da kann ich fast einen ganzen Monat lang jeden Tag einen lesen, das ist schön", sagt sie - und strahlt.

Die Gürtelrose ist überstanden. Seit gestern ist Carolin jedoch wieder auf der Kinderkrebsstation der Leipziger Uni-Klinik, "routinemäßig, auch wenn sich das schlimm anhört", berichtet die Mutter. "Diesmal wird auch das Rückenmark untersucht. Carolin kennt mittlerweile die leidige Prozedur und erträgt sie tapfer. Geht alles gut, kommt sie morgen wieder nach Hause." Durch die Infektionskrankheit ist der Chemotherapie-Plan vier Wochen in Verzug geraten. Die nächste Chemo soll sie schon am kommenden Wochenende erhalten. Dann beginnt die Reinduktionsphase, in der die Etappen, in denen Carolin zwischen den Behandlungen zu Hause ist, länger werden. Sie wäre auch gern nach den Herbstferien wieder in die Prettiner Förderschule gegangen. Das klappt aber wohl nicht.