Kreis Wittenberg: Ein Funke genügt

25.05.2012 19:43 Uhr | Aktualisiert 25.05.2012 20:20 Uhr
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Mitarbeiter in der Waldbrandzentrale

Mitarbeiter in der Waldbrandzentrale: Wo steigt Rauch auf? (FOTO: CHRISTEL)

Von klaus adam
Ab Samstag gilt im Kreis Wittenberg die höchste Waldbrandwarnstufe vier. Das bedeutet, dass die Wege im Wald nicht verlassen werden dürfen. Und dass, wenn man schon dort spazieren geht, die Glimmstängel am besten gleich zu Hause bleiben.
annaburg/MZ. 

Für Frank Ackermann, den Leiter des Betreuungsforstamtes Annaburg, ist unbedachtes Wegwerfen von Zigarettenkippen dennoch Waldbrandgrund Nummer eins. "Als logische Ursache bleibt nichts weiter übrig", sagt er am Freitag, auch wenn sich so etwas im Nachhinein kaum nachweisen lässt. Wer hat nicht schon Pkw-Insassen beobachtet, die Kippen einfach aus dem Wagen werfen? "Die Kippe bekommt dann wieder Wind und glüht erneut auf. Schon ist es geschehen", schlussfolgert Frank Ackermann.

Die Wälder stöhnen genauso über die herrschende Trockenheit wie die Kulturen in der Landwirtschaft, erklärt der Forstfachmann. Die wenigen Regengüsse der vergangenen Tage waren örtlich sehr begrenzt. Als zum Beispiel am späten Mittwochnachmittag Jessen von einem kräftigen Hagelschauer heimgesucht wurde, war in Annaburg und Holzdorf davon kaum etwas zu spüren. "Frisches Grün im Wald täuscht über die Situation hinweg", so Ackermann, "die Bäume gehen ganz schnell in ein Notwachstum über. Laubbäume, die Birke als erste, werfen dann auch schnell mal ihre Blätter ab."

Warnstufe vier heißt zudem, dass ab Samstag die Waldbrandzentrale im Betreuungsforstamt wieder besetzt ist, täglich von 10 bis 21 Uhr. Der Jessener Revierförster Guido Arndt ist der erste, der in dieser Saison Waldbrandbereitschaft hat. Das bedeutet, sobald seine Kollegen oder das Computerprogramm auf den Monitoren Rauchschwaden überm Wald feststellen - bekanntlich sind auf den Beobachtungstürmen im Kreis seit einigen Jahren Kameras installiert - wird Arndt verständigt. Die Einsatz-Leitstelle des Kreises und damit die Feuerwehren werden informiert. Und der diensthabende Revierförster hat dann in Absprache mit den Waldbesitzern die nötigen Nachfolgemaßnahmen zu regeln. Dazu gehört als erstes, festzustellen, wem der Wald überhaupt gehört. Viele der Eigentümer sind in Forstbetriebsgemeinschaften organisiert, rund 250 in den "Jessener Forsten", wo Arndt beratendes Vorstandsmitglied ist. Die Forstbetriebsgemeinschaften, so der Förster, haben in ihren Satzungen Regelungen getroffen, wie die Nachsorge zu handhaben ist. Die ungebundenen Waldbesitzer müssen das selbst festlegen. Außer, es ist weitere Gefahr im Verzug, dann habe er die nötigen Sofortentscheidungen zu treffen, erläutert Guido Arndt. Das betrifft etwa den Einsatz von Brandwachen nach dem Löschen.