Kreis Wittenberg: Fliegerbombe nur noch eine Schrotthülse

25.05.2012 19:43 Uhr | Aktualisiert 25.05.2012 20:25 Uhr
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Von Hans-Dieter Kunze
Eine Hülse, die beim Waldbrand zwischen Weidmannsruh (Teltow-Fläming) und Mark Zwuschen am Dienstag entdeckt wurde, war ungefährlich. Es handelte sich um den leeren Rest einer Zehn-Kilo-Bombe deutscher Bauart.
Mark Zwuschen/MZ. 

Der Schrott wurde vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Brandenburg mit Sitz in Zossen, Ortsteil Wünsdorf, mitgenommen und wird verschrottet.

Fliegerbomben dieser relativ kleinen Bauart ab einem Kilogramm wurden aus Streubehältern von der Luftwaffe des Nazi-Reiches abgeworfen. Im Raum Mark Zwuschen-Weidmannsruh war zu Ende des Zweiten Weltkrieges ein Ausweichflugplatz für Jüterbog-Damm und Altes Lager eingerichtet worden. Die Maschinen gehörten zum Jagdgeschwader 4 und der Sturmstaffel 1. Vom Feldflugplatz Mark Zwuschen starteten auch Jagdflugzeuge, um Kamikaze-Flieger aus dem Raum Jüterbog bis an die Oder zu begleiten.

Ihre Flugzeuge bis an den Rand mit Sprengstoff gefüllt, sollten sie sich als so genannte Selbstopferer auf Brücken stürzen, um den Marsch der Roten Armee Richtung Berlin zu stoppen. Der belgische Historiker Eric Mombeek hat die Geschichte des Jagdgeschwaders 4 als Buch veröffentlicht. "Für unsere Gruppe kam ein Einsatzbefehl am 16. April 1945 mit der Anweisung, von Mark Zwuschen aus über dem Platz Altes Lager Me 109 aufzunehmen und bis zu ihrem Einsatzort Oderbrücken Begleitschutz zu fliegen." Hauptmann Günther Schwaneke vom Geschwaderstab des JG 4 erinnert sich in Mombeeks Buch daran. Es waren zwei Maschinen und vier Begleitjäger. "Nach dem Absturz der beiden Maschinen meldeten wir nur: Ins Ziel gekommen."