Kreis Wittenberg: Förderschul-Ausbildung mit «Weitblick»

26.06.2012 19:25 Uhr | Aktualisiert 26.06.2012 20:17 Uhr
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Deddo Lehmann und Lisa Pannier

Deddo Lehmann und Lisa Pannier unterschreiben den Vertrag. (FOTO: KLITZSCH)

Von KARINA BLÜTHGEN
Sie wirkt recht selbstbewusst, aber aufgeregt ist Lisa Pannier schon, als sie nach vorn geht. An der Seite von Deddo Lehmann, Direktor der Eisenmoorbad Kur-GmbH, unterschreibt die 16-Jährige ihren Lehrvertrag zur Ausbildung als Restaurantfachfrau.
BAD SCHMIEDEBERG/MZ. 

"Das hat mich schon immer interessiert, da habe ich es ausprobiert", erzählt sie.

Die feierliche Stunde im Kurhaussaal ist etwas Besonderes. Lisa Pannier, die jetzt ihren Hauptschulabschluss in der Tasche hat, ist Förderschülerin. Regelmäßig hat sie in der Kurstadt Praktika neben dem Unterricht in der Schule "An der Lindenallee" in Gräfenhainichen absolviert, sich gezielt auf die spätere Ausbildung und den Beruf vorbereitet. Ermöglicht hat ihr dies das Modellprojekt "Weitblick", das Förderschülern vielfältige Ausbildungs- und Beschäftigungschancen eröffnet ".

"Unser Ziel ist, in jedem Jahr einen Schüler in ein Ausbildungsverhältnis vermitteln zu können", erklärt Susanne Borchert von der Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt, welche das auf drei Jahre angelegte Projekt fachlich begleitet.

Die Kur-GmbH ist einer von drei unternehmerischen Kooperationspartnern im Landkreis. Und sie hat gute Erfahrungen. "Das Projekt hat ein ungeheures Potenzial", sagt Deddo Lehmann. Bereits im vorigen Jahr war ein Lehrvertrag mit einer Förderschülerin unterschrieben worden. Ab und zu sei etwas Skepsis da gewesen, diese sei dem Erfolg gewichen. "Jasmin hat sich gut reingefunden, und es macht ihr Spaß", zieht der Kurdirektor eine Zwischenbilanz. Auch Lisa Pannier habe es so weit geschafft, "sie steht nun vor einer großen Herausforderung".

Drei Jahre dauert die Ausbildung, auf die sie intensiv seit der siebenten Klasse zusteuert. Sehr emotional nimmt Lisa Pannier von einem früheren Lebensabschnitt Abschied, nämlich der Mitgliedschaft in der Kulturgruppe der Schule "An der Lindenallee" in Gräfenhainichen. Diese bringen ihr ein Ständchen. Sie selbst hat sechs Jahre mit den anderen musiziert und getanzt. "Lisa war immer da, sie hat für Ausgeglichenheit gesorgt und alle mitgezogen", bescheinigt Elvira Sparig, pädagogische Mitarbeiterin, der ehemaligen Schülerin ein großes Einfühlungsvermögen sowie Teamfähigkeit. Beides wird sie in ihrem beruflichen Leben gebrauchen können.