Kreis Wittenberg: Punkten mit Vogelhotels und Wissen

04.05.2012 19:37 Uhr | Aktualisiert 04.05.2012 19:43 Uhr
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Sarah und Doreen Kaiser

«Mädchentraum» heißt der Phantasiename, den Sarah und ihre Mutter Doreen Kaiser dem Vogelhaus geben, das sie gestalten. (FOTO: GABI ZAHN)

Von gabi Zahn
Die Grüne Grundschule Prettin bewirbt sich erstmals um den Umweltpreis, den die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt ausgelobt hat.
PRettin/MZ. 

Gutes Omen dafür ist im wahrsten Sinne des Wortes das "Pfeifen, Zwitschern, Tirilieren", das derzeit wieder vom Vogelschutzturm aus über den großen Schulgarten hinweg tönt. Damit hoffen die Prettiner, in Magdeburg kräftig zu punkten.

Damit das Naturkonzert noch vielfältiger wird, haben sich Schüler, Lehrer und Eltern im Werkraum der Schule zu einem Workshop getroffen, um weitere "Vogelhotels" zu gestalten. Die Rohlinge kommen von den Waldpädagogen des Betreuungsforstamtes Annaburg. Schulleiterin Susan-Sylvie Ebermann erklärt: "Im Schuljahr 2009 / 10 wurde der Vogelschutzturm in Zusammenarbeit mit der Waldpädagogik und mit Hilfe zahlreicher Eltern errichtet. Als Projekt ist dieses gemeinschaftliche Wirken auf vier Jahre festgelegt. Einige Väter und Mütter helfen uns, damit wir nun auch im dritten Jahr gut vorankommen." So sind Neele Neumann und ihre Mutter Dana sowie andere Kinder und Eltern-Teams damit beschäftigt, die Fassaden von Vogelhäusern bunt zu bemalen. Das macht sichtlich Spaß. Jeder kann seine Eingebungen und Phantasien umsetzen. Vor Pepe Leder und seinem Vater Marco stehen ausschließlich Töpfe mit den Farben Grün und Weiß. Nette Idee für Fußball begeisterte Naturfreunde. Die können nun rätseln, ob diese Kolorierung eher als Unterstützung für die Fans von Annaburg oder Werder Bremen gedacht ist. Den künftigen Bewohnern dürfte das vielleicht an der Feder vorbeigehen, aber für die Juroren könnte es unter anderem ein Zeichen dafür sein, dass sich die Prettiner dem Naturschutz mit echter Begeisterung widmen.

"Unsere Schule liegt nun mal im ländlichen Raum, und Natur gehört zum Inhalt unserer pädagogischen Arbeit. Wir möchten sie erlebbar machen. Das gelingt mit dem Vogelschutzturm sehr gut", sagt Susan-Sylvie Ebermann. Andere Betätigungsfelder sind die Arbeit im Schulgarten und das Gestalten und Anbringen von Insektenschutzkästen. "Auf diese Weise wird unser direktes Umfeld zum grünen Klassenraum - zum Experimentierraum", fasst sie zusammen.

Die Kinder erzählen fasziniert, dass sie sogar ganz aus der Nähe beobachten können, wie Meisen ihren Nachwuchs ausbrüten und aufziehen. Das alles passiert, ohne die Vogelfamilie zu stören, weil am Vogelhaus eine Kamera befestigt wurde. So lässt sich das Ereignis vom Computer aus verfolgt.

Schöner Nebeneffekt: Mittlerweile gibt es nicht nur im Prettiner Schulgarten, sondern auch anderswo im Ort bunte Vogelkästen. Die Kinder haben die Freude an dieser Naturschutz-Arbeit nach Hause getragen und werkeln dort mit ihren Familien.