Kriminalität: Bundeswehr feuert Betrüger in Uniform

04.06.2012 17:39 Uhr | Aktualisiert 13.12.2012 11:11 Uhr
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Zapfpistole an der Tankstelle

Zapfpistole an der Tankstelle (SYMBOLFOTO: DPA)

Von Karl-Heinz Klarner
Akribische Ermittlungen haben die Polizei zu einem 22-Jährigen aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz geführt, der mehrfach in Sachsen-Anhalt und Thüringen getankt, aber nicht bezahlt hat.
Sangerhausen/MZ. 

Der Bundeswehrsoldat wurde mittlerweile gefeuert. „Er wurde Ende vergangenen Jahres in Unehren entlassen“, bestätigte am Montag Hauptmann Daniel Oertel, stellvertretender Presseoffizier des Panzerpionierbataillon 701 in Gera. Ursprünglich hatte sich der junge Mann für 23 Monate verpflichtet und hätte noch bis 2013 Dienst bei der Truppe versehen sollen.

„Insgesamt konnten wir ihm bisher zwölf Fälle von Tankbetrug in Thüringen und Sachsen-Anhalt nachweisen“, sagte am Montag Polizeikommissar Veit Raczek, Sprecher der Autobahnpolizei in Weißenfels. Der Soldat war offenbar seit Juli vergangenen Jahres aktiv. Zu diesem Zeitpunkt verschwanden in Gera die Kennzeichen eines Autos, die später bei Betrügereien verwendet wurden. So wurde unter anderem im Juli eine Tankstelle an der Südharzautobahn geprellt. Überwachungskameras zeichneten damals neben einem Auto mit den gestohlenen Kennzeichen auch den Täter auf - in Bundeswehruniform. In Sachsen unterlief dem Soldaten der wohl entscheidende Fehler. Er fuhr in eine Radarfalle und wurde geblitzt. „Damit lag ein geeignetes Foto vor“, sagte Raczek. Über ein „Weg-Zeit-Diagramm“ erkannte die Polizei zudem, dass sich die meisten Tatorte zwischen Gera und Sangerhausen befanden.

Zielgerichtet sei ein Fahndungsaufruf bei der Bundeswehr gestartet und der Gesuchte schließlich in einer Kaserne in Gera ausfindig gemacht worden. Er hat laut Raczek alle ihm vorgeworfenen Fälle gestanden und weitere in Thüringen und Halle eingeräumt - wie viele genau, konnte der Verdächtige nicht mehr sagen. Das soll nun ermittelt werden.