Der Mann soll vom 6. März bis 15. Mai vergangenen Jahres mit einem unbekannt gebliebenen Komplizen an Geldautomaten in Sangerhausen, Halle, Bitterfeld-Wolfen und Zerbst speziell zu diesem Zwecke hergestellte Kartenlesegeräte und Videokameras installiert haben. Ziel der Aktion sei es gewesen, die Kartendaten und Geheimnummern von Kunden auszuspähen, die die Geldautomaten benutzten.
Die so erhaltenen Daten soll er auf Kartendoubletten übertragen und mit den Doubletten innerhalb weniger Tage an Geldautomaten in Polen und Tschechien insgesamt 130 000 Euro abgehoben haben. Die Taten hatten in Sangerhausen für großes Aufsehen gesorgt.
Der Angeklagte wurde aufgrund eines europäischen Haftbefehls in Rumänien festgenommen und im März dieses Jahres nach Deutschland ausgeliefert. Er hat sich nach Angaben von Wolfgang Ehm, dem Sprecher des Landgerichts, bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Bei einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe von nicht unter zwei Jahren. Für den Prozess sind vorerst drei Verhandlungstage angesetzt. Das Verfahren findet am 17., 24. und 26. Juli im Justizzentrum Thüringer Straße statt.