Landkreis Börde: Säure aus Rheinland-Pfalz

25.05.2012 11:30 Uhr | Aktualisiert 25.05.2012 22:59 Uhr
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Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr

Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr stehen am Donnerstag vor der Niederlassung eines Kurierdienstes in Barleben (Bördekreis). (FOTO: DPA)

Nach einem Chemieunfall beim Kurierdienst GLS in Barleben mit 18 Verletzten ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Im Fokus stehe eine Firma aus Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz), die vermutlich Absender des Pakets mit der Säure gewesen sei.
Barleben/MZ. 

Nach einem Chemieunfall beim Kurierdienst GLS in Barleben (Bördekreis) mit 18 Verletzten ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Im Fokus stehe eine Firma aus Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz), die vermutlich Absender des Pakets mit der Säure gewesen sei, sagte Silvia Niemann von der Staatsanwaltschaft Magdeburg gestern.

Bei dem Unfall waren am Donnerstag 18 Mitarbeiter des Kurierdienstes verletzt worden. Sie wurden mit Augen- und Hautreizungen in ein Krankenhaus gebracht. Nach Polizeiangaben sind sie mittlerweile wieder entlassen. Welche Firma die Ermittler genau im Visier haben, wollte die Behördensprecherin nicht sagen. Aus einem Paket, das Bestandteil einer Containerladung war, war die Säure Triethylphosphit ausgetreten.

Sie ist als Gefahrenstoff eingestuft und unter anderem Ausgangsstoff bei der industriellen Herstellung von Insektiziden.

„Wir ermitteln wegen fahrlässiger Körperverletzung und wegen des Verstoßes gegen das Chemikaliengesetz“, sagte Niemann. Es solle vor allem geprüft werden, ob die Chemikalie auf diese Weise hätte transportiert werden dürfen. Nach Angaben von GLS wurde das Paket in einem Paketshop aufgegeben und war nicht als Gefahrgut deklariert. Es sei schon beschädigt an das Logistikunternehmen geliefert worden, teilte die Polizei mit. Beim Öffnen des Containers war die Säure ausgetreten. Nach Angaben von GLS läuft der Betrieb in Barleben seit gestern wieder. „Um den durch den Unfall entstandenen Paketstau abzuarbeiten, haben die 93 Beschäftigten Verstärkung aus anderen Standorten bekommen“, sagte eine Firmensprecherin.