Landkreis Stendal: Linkes Bündnis demonstriert in Insel

06.07.2012 19:34 Uhr | Aktualisiert 08.07.2012 21:17 Uhr
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Polizei in Insel

Ein Polizeifahrzeug steht vor dem Haus eines früheren Häftlings in Insel (Landkreis Stendal). (ARCHIVFOTO: DPA)

Ein linkes Bündnis hat am Sonntag in Insel gegen den Umgang mit zwei verurteilten Sexualstraftätern demonstriert, die seit einiger Zeit dem Dorf leben. Nach Angaben der Polizei waren 80 Menschen dem Aufruf gefolgt.
Insel/dpa/MZ. 

Bis zum Abend sei die Demonstration friedlich verlaufen, sagte eine Sprecherin der Polizei. Ein „angemessenes Aufgebot“ an Beamten sei in dem Altmark-Ort präsent, um die Sicherheit zu gewährleisten. Über die Zahl der eingesetzten Polizisten machte die Sprecherin keine Angaben. Die Demonstration war am Freitagabend vom Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt unter Erteilung von Auflagen doch noch erlaubt worden. Zuvor war sie von der Polizeidirektion Nord und dem Verwaltungsgericht Magdeburg verboten worden, weil nach deren Ansicht die öffentliche Sicherheit gefährdet war. Ursprünglich hatten die Anmelder 150 Teilnehmer angekündigt, die Zahl dann aber auf 100 reduziert.

Seit einem Jahr schwelt in Insel der Konflikt um zwei frühere Straftäter. Eine Bürgerinitiative setzt sich massiv für den Wegzug der beiden früheren Sicherungsverwahrten ein und organisierte bereits zahlreiche Demonstrationen gegen die Männer. Auch die rechtsextreme NPD beteiligte sich. Anfang Juli war die angespannte Lage eskaliert, als Demonstranten versuchten, das Haus der beiden Männer zu stürmen. Daraufhin hatte der Landtag in Insel für einen menschenwürdigen Umgang der Bewohner mit den beiden Männern demonstriert. Am vergangenen Montag hatte sich Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zu einem Gespräch mit Bürgern von Insel getroffen.