Die Köthener Malteserjugend mit ihrem Maskottchen «Ritter Malte» bei der Feier zum 20-jährigen Jubiläum. (FOTO: PRIVAT)
Gleich mehrfachen Grund zur Freude gab es während des Patronatsfestes des Heiligen Johannes für die Malteser in Köthen. Sie begingen gleichzeitig den 20. Gründungstag ihrer Köthener Ortsgliederung und verkündeten offiziell die Neugründung ihrer Kinder- und Jugendgruppe. Die hat auf Anhieb zehn Mitglieder, die sich donnerstags ab 16 Uhr in der Zimmerstraße 24 treffen.
Dafür, dass die Mädchen und Jungen abwechslungsreiche und interessante Nachmittage, Ausflüge und vieles mehr erleben können, haben ihre Gruppenleiter Nicole Pannicke und Enrico Stude vor kurzem einen Jugendleiter-Lehrgang absolviert. Nun hoffen sie, dass viele weitere Kinder und Jugendliche Interesse an einer Mitarbeit haben.
Der Köthener Norbert Pietsch ist seit der Gründung der hiesigen Malteser am 31. Mai 1992 dabei. Ein Jahr habe sich die damals noch kleine Gruppe auf diesen Tag vorbereitet, berichtet er. Ein Krankentransportwagen war die erste Ausrüstung, die Partner-Ortsgliederung der Malteser im rheinländischen Langenfeld leistete alle erdenkliche Hilfe.
Organisiert habe man die Arbeit in der ersten Zeit "vom Küchentisch einer Wohnung aus", erinnert sich Pietsch. Gestartet wurde mit Erste-Hilfe-Kursen, für die nach der Wende angesichts des plötzlichen großen Bedarfs an Führerscheinen große Nachfrage bestand. Drei Ausbilder waren gleichzeitig im Einsatz.
Kurz nach ihrer Gründung erhielten die Köthener Malteser den vom Landkreis Zuschlag für den Behindertentransport. Bis heute fahren sie zum Beispiel Schüler in Fördereinrichtungen. "Da wird von uns Zuverlässigkeit und Qualität verlangt", stellt Volker Schulz, Dienststellenleiter der Malteser in Köthen, fest.
Schon bald reichte das provisorische Büro nicht mehr aus, zumal mit dem Pflegedienst, dem Hausnotrufdienst, der Auslandshilfe und der Mitwirkung als Betreuungs- und Versorgungszug im Katastrophenschutz umfangreiche Aufgaben hinzukamen. Die Malteser fanden zuerst ein Domizil in der Dessauer Straße und haben heute ihren Sitz in der Zimmerstraße 24.
Um die hauptamtliche Arbeit wie Pflegedienst und Fahrdienst von der ehrenamtlichen Tätigkeit zu trennen, wurde im Jahr 2000 eine gemeinnützige GmbH gegründet, neben dem Malteser e.V., der aktuell 100 Mitglieder hat. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter besuchen zum Beispiel ältere und pflegebedürftige Menschen, lesen ihnen vor und gehen mit ihnen spazieren, wofür ein Pflegedienst gar nicht die Zeit hätte. Weitere Angebote der Ehrenamtlichen sind die Feste der Malteser, Ausflüge und der monatliche Sitztanz. "Viele Köthener haben bei uns ihre Heimat gefunden", sagt Nobert Pietsch.
Entsprechend ihrem Leitsatz "Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen" sind die Malteser neben DRK und Diakonie im Landkreis bei der Notfallbegleitung eingesetzt. Das heißt, nach tödlichen Unfällen betreuen sie die Angehörigen der Opfer.
"Für all diese Aufgaben und für unsere neuen Angebote wollen wir weitere ehrenamtliche Mitarbeiter gewinnen", sagt Dienststellenleiter Volker Schulz. Zwar seien die Malteser eine konfessionelle Organisation, die Mitgliedschaft sei jedoch nicht an die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche oder überhaupt an irgend eine Konfession gebunden, fügt sein Mitstreiter Norbert Pietsch hinzu.