Mansfeld-Südharz: Angst vor der Schweinemast

17.05.2012 17:51 Uhr | Aktualisiert 17.05.2012 22:07 Uhr
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Schweinemastanlage in Hübitz

Die Schweinemastanlage in Hübitz. (FOTO: ARCHIV/LUKASCHEK)

Von Ronald Dähnert
Der geplante Bau einer Schweinemastanlage in der Nähe von Polleben sorgt für Aufregung. Nicht nur in Polleben, sondern auch im angrenzenden Augsdorf stoßen die Pläne der Schweinezucht Gladau GmbH auf Widerstand.
Polleben/MZ. 

Wenn am kommenden Dienstag ins Landesverwaltungsamt nach Halle zum Erörterungstermin eingeladen wird, wollen Anwohner aus Augsdorf, Hübitz und Polleben ihrem Unmut Luft machen.

Gründe für ihren Ärger gibt es mehrere. Da ist zum Beispiel Friedrich Pistorius, Vorsitzender der Bürgerinitiative "Schweinemast Hübitz - nein Danke". Das selbe Unternehmen, das in Hübitz die Schweinemast betreibt, will jetzt in Polleben einen so genannten Ersatzneubau errichten, weil, so Pistorius, die Auflagen für die Altanlage so hoch sind, dass das Unternehmen dort nicht weiterarbeiten könne. Und wegen der anhaltenden Proteste in Hübitz wolle der Schweinezüchter nun offensichtlich auf Eisleber Stadtgebiet ausweichen. Aber auch in diesem Fall wolle die Augsdorfer Bürgerinitiative "am Ball bleiben", so Pistorius. Denn die geplante Anlage nahe Polleben stehe halt auch nahe Augsdorf. Und nach seinen schlechten Erfahrungen mit dem Betreiber der Anlage in Hübitz gehe Pistorius nicht davon aus, dass mit einem Neubau bei Polleben nun "alles gut werden könnte". Der Betreiber habe Umweltauflagen in Hübitz nicht eingehalten, warum sollte er dies nun in Polleben tun, fragt sich Pistorius.

Auch der Augsdorfer Ortsbürgermeister Ingo Mann (parteilos) war bass erstaunt, als er von den Plänen für die Schweinemast erfuhr. Nur vage Informationen habe es bisher gegeben, Genaues sei ihm bisher nicht bekannt gewesen. Allerdings ist sich der Augsdorfer Ortsbürgermeister sicher, dass sich im Ort "Widerstand regen wird", so Mann .

Ähnlich geht es dem Polleber Ortsbürgermeister Stefan Paschek (CDU). Auch er habe bisher keine Informationen zur geplanten Schweinemast. Allerdings kursierten auch in Polleben Gerüchte über die Pläne. Paschek könne zwar wegen Urlaubs nicht mit zu dem Erörterungstermin , ist sich aber sicher: "Die Mehrheit der Polleber ist gegen die Pläne."

Die Stadt Eisleben wolle sich zunächst nicht zu den Plänen äußern, so Stadtsprecher Maik Knothe. Erst nach dem Erörterungstermin in Halle werde die Verwaltung eine Stellungnahme erarbeiten, "in enger Kooperation mit dem Ortschaftsrat in Polleben", so Knothe. Noch gehe es ja nicht um eine Baugenehmigung, sondern um die Umweltverträglichkeit einer solchen Anlage.