Mansfeld-Südharz: Der wilde, wilde Westen . . .

15.05.2012 20:21 Uhr | Aktualisiert 15.05.2012 20:46 Uhr
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Country-Fans

Hunderte von Country-Fans wie die Berliner haben den Stausee Kelbra für sich entdeckt. (FOTO: SCHUMANN)

Von Helga Koch
Ein Country-Festival fängt gleich hinter Kelbra an - zumindest mal für drei Tage. Und in den kommenden Monaten folgen weitere Höhepunkte am Kyffhäusermeer.
Kelbra/MZ. 

Nein, Truck Stop war diesmal nicht am Kelbraer Stausee zu hören. Dafür aber Tom Astor und andere Stars der deutschen Country-Szene. Drei Tage lang gab es Musik vom Feinsten, Line Dance, urige Stimmung und alles, was irgendwie mit der Szene zu tun hat. Die Fans fühlten sich wohl und waren begeistert. "Tom Astor war richtig gut besucht, trotz des schlechten Wetters am Freitagabend", schwärmt Lothar Gebhardt, der mit Ehefrau Ilona und weiteren Freunden aus Berlin angereist ist. "Wir machen zwar keinen Line Dance, aber ab und zu schwingen wir doch mal unsere Füßchen." Karla Andrae, die Immobilienkauffrau, nickt: "Es ist beeindruckend, wie Wildfremde zusammen tanzen."

Eine von ihnen ist Katrin Schulze, Lehrerin aus Genthin. "Sie trainiert dreimal in der Woche bei den Free Eagles und kann inzwischen über 150 verschiedene Tänze", sagt Ehemann Jörg. Während sie ein paar Takte abwartet und sich dann entschlossen auf der Tanzfläche einreiht, bleibt er als Zuschauer am Rand der Tanzfläche stehen. "Wenn sie zum Training geht, spiele ich aber lieber Fußball", verrät der Arzt und lacht. Die Atmosphäre in Kelbra gefällt ihm dennoch - angefangen von der Musik über die Stände bis zur Versorgung. Und die Stimmung ist gut bei all den Country-Fans, die mit Cowboyhut und Boots, Sheriffstern an der Weste oder im karierten Hemd, mit Attrappen von Pistolen oder Winchester in der Zelthalle sitzen, Bier trinken, Thüringer Bratwürste essen, von Stand zu Stand schlendern, plaudern und lachen. Man könnte glatt Statisten für eine Neuverfilmung von High Noon "rekrutieren".

Und es sind alle Altersgruppen vertreten. Alma, gerade mal sieben Jahre alt, kann schon vier Tänze aus dem Effeff. "Meine Schwester ist neun. Mathilde hat schon länger getanzt, da habe ich zugeschaut und mitgemacht." Die Mädchen wohnen in Jena und sind mit ihren Großeltern nach Kelbra gekommen. "Oma und Opa wohnen in Greifswald und haben uns abgeholt, damit wir dabei sein können."

Überhaupt - die Autokennzeichen sprechen Bände: Berlin, Bremen, München, Sömmerda, Erfurt, Magdeburg, Dresden, Nordhausen, Kyffhäuserkreis. Der Campingplatz ist gut gefüllt, die Bungalows sind belegt. Aus Mansfeld-Südharz sind auch ein paar Fahrzeuge darunter, aber nicht allzu viele.

Nächstes Jahr werden sie wiederkommen, das steht für Lothar Geb- hardt, den Berliner Taxi-Unternehmer, fest. "Man schaltet ein Wochenende lang ab, hört Musik, trinkt was, lacht, tanzt bisschen, genießt das Zusammensein mit Freunden. Mal keine Verpflichtungen, kein Telefon, kein Internet." Also doch: wilder Westen.