Mit Scheren kämpfen sich die Retter zu den Opfern vor. (FOTO: KATHRIN LABITZKE)
Sonnabendmorgen, die Sirenen ertönen über Erdeborn. Wie gewohnt rückt die Feuerwehr aus und rast zu einem Wohnungsbrand im Steinbergsweg. Feuer löschen, vermisste Person retten. Eigentlich Routine. Dennoch war eines anders: Der Brand wurde nur simuliert und der verletzten Person ging es gut. Einmal jährlich führen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr einen öffentlichen Ausbildungstag durch, bei dem alle geübten Handgriffe und Techniken vertieft werden.
Zu diesen Übungen, die den ganzen Tag andauerten, waren auch befreundete Kameraden der Wehr aus Lüttchendorf dabei. Taktische Einsätze wie Löschen, Hilfeleistung oder Bergen wurden dazu geübt. "Im Ernstfall fahren unsere beiden Wehren sowieso fast immer zusammen zum Einsatzort und deshalb ist es wichtig, sich auch mit der Technik der Wehr aus Lüttchendorf vertraut zu machen", so Wehrleiter Marco Schäffel aus Erdeborn.
So stellten sie unter anderem einen Verkehrsunfall mit einer schwer verletzten Person mit Kleinkind in einem eingeklemmten Auto nach. Damit die Rettungsbedingungen möglichst real waren, wurde ein Kleinwagen eines Kameraden genommen.
Erste lebensrettende Maßnahmen mussten die Kameraden der Übung exakt beherrschen, auch wenn im Wageninneren nur eine Puppe saß. Aber das spielte für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr bei diesem Übungseinsatz keine Rolle, denn sie waren hoch konzentriert und kämpften sich präzise Schritt für Schritt vor, genau wie in der Realität. Hydraulische Scheren kamen zum Einsatz wie auch hydraulische Spreizen. "Diese Übungen sind wichtig und festigen das bereits Erlernte", meinte Wehrleiter Schäffel. "Wir können bei solchen Übungen Trainieren, unser Wissen optimieren und es schweißt die Kameradschaft zusammen", so der Hauptlöschmeister weiter.
Und dieser Zusammenhalt war spürbar. So waren die Kameraden erst kürzlich in der Grundschule in Erdeborn, zeigten dort den Knirpsen, wie sie zum Beispiel die neue Feuerwehrtreppe im Brandfall benutzen müssen und übten mit den Schülern einen Hilferuf per Telefon abzusetzen. Insgesamt 34 aktive freiwillige Feuerwehrleute leisten in Erdeborn rund um die Uhr ihren Dienst und haben 24 Stunden am Tag Bereitschaft. Fünf Kinder erlernen in Erdeborn erste Techniken und vier Jugendliche sind Mitglieder der dortigen Jugendwehr. Jährlich rücken die Kameraden bis zu 20 Mal zu Einsätzen aus.