Mansfeld-Südharz: Fehlende Mittel erschweren Arbeit

14.06.2012 19:11 Uhr | Aktualisiert 14.06.2012 19:21 Uhr
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Wipper-Weida

Die Verbandssitz in Klostermansfeld. (FOTO: MZ)

Von Daniela Kainz
Landrat Dirk Schatz macht sich für den Unterhaltungsverband "Wipper - Weida" stark. Weil er dessen finanzielle Ausstattung unzureichend findet, richtet er jetzt anlässlich des 20-jährigen Verbandsjubiläums einen Appell an die Landesregierung.
Klostermansfeld/MZ. 

Landrat Dirk Schatz (CDU) macht sich für den Unterhaltungsverband "Wipper - Weida" stark. Weil er dessen finanzielle Ausstattung unzureichend findet, richtet er jetzt anlässlich des 20-jährigen Verbandsjubiläums einen Appell an die Landesregierung. Die Unterhaltungsverbände sollten künftig vom Land finanziell besser ausgestattet werden, meint er. Schatz will sich dafür einsetzen, dass die Verbände "die Unterstützung erhalten, die sie für ihre Arbeit benötigen".

Seit 2001 hat das Land die Leistungen für die Unterhaltungsverbände von insgesamt 3,5 Millionen Euro schrittweise zurückgefahren. "Im Jahr 2001 erhielt unser Verband rund 107 600 Euro als Zuwendung, 2008 waren es nur noch 19 900 Euro. Seit 2009 gibt es überhaupt kein Geld mehr vom Land", sagt Armin Koch, Geschäftsführer vom Unterhaltungsverband "Wipper - Weida". Die Landesmittel wurden ihm zufolge teilweise für die Beiträge der Verbandsmitglieder eingesetzt. So konnte ein Teil der Summe mit Hilfe der Zuwendung reduziert werden.

Für Geschäftsführer Koch ist der Appell des Landrates ein wichtiges Zeichen. Die Chancen, dass das Land in dieser Frage umdenkt, schätzt er aber eher als gering ein. Man solle zwar niemals nie sagen, aber erst kürzlich seien die Unterhaltungsverbände vom Land aufgefordert worden, ihre Gebühren bei den Mitgliedsgemeinden einzuholen. Aus seiner Erfahrung wird es für die 35 Mitgliedsgemeinden des Unterhaltungsverbandes "Wipper - Weida" angesichts knapper Kassen immer schwieriger, ihrer Beitragspflicht nachzukommen.

Der Verband ist auf das Geld angewiesen, um seine umfangreichen Aufgaben erfüllen zu können. Insgesamt 730 Kilometer Gewässerlauf müssen die sieben Mitarbeiter des Bauhofes im 107 000 Hektar großen Einzugsgebiet unterhalten, das sich über die Landkreise Mansfeld-Südharz, Saalekreis, Salzlandkreis und Teile des Harzkreises erstreckt. Koch: "Davon schaffen wird im Jahr zwischen 400 und 450 Kilometer." Mehr sei in diesem Zeitraum nicht zu absolvieren.

Mit ihren Pflege- und Renaturierungsarbeiten tragen die Mitarbeiter zur Sicherheit der Einwohner in den einzelnen Ortschaften bei. Intakte Gräben und Wasserläufe helfen, gerade nach Unwettern und Hochwasser größere Überschwemmungen zu verhindern.

Aktuell sind die Mitarbeiter mit Mäharbeiten in den Ortslagen beschäftigt. Mitte Juli, wenn voraussichtlich die Ackerflächen abgeerntet sind, können sie sich den Gräben in diesen Bereichen widmen. "Solange auf den Feldern noch Getreide steht, dürfen wir mit unserer Technik dort nicht drauf", erklärt Geschäftsführer Koch.

Als problematisch erweist sich für den Unterhaltungsverband mitunter die Erreichbarkeit der Gewässer. "Zäune und Bäume erschweren uns den Zugang", so Koch. Schwierigkeiten gibt es auch mit Unrat, der in den Bächen entsorgt wird. Etliche Anlieger würden ihre Gartenabfälle immer wieder in die Gewässer werfen.