Mansfeld-Südharz: Geldgeber hat beim Kita-Neubau das Sagen

27.07.2012 19:41 Uhr | Aktualisiert 27.07.2012 21:57 Uhr
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Von ronald dähnert
Warum können die "Laweketalspatzen" noch immer nicht in ihr neues Domizil? Das fragen sich nicht nur Hedersleber. Zwar habe bereits die bauliche Abnahme des Kita-Neubaus stattgefunden, aber die Kinder können die neuen Räume nicht nutzen.
hedersleben/MZ. 

Michael Richter, Chef des Eisleber Bauamts, kennt die Antwort. Der Neubau wurde mit Fördermitteln des Landkreises errichtet. In diesen Fördermittelrichtlinien sei festgelegt, welche Voraussetzungen in dem Neubau erfüllt sein müssen. Darin sei zwar vermerkt worden, dass die Einrichtung behindertengerecht sein muss, aber erst jetzt sei festgestellt worden, dass behindertengerecht noch etwas anders meint als barrierefrei. Laut Richter sei die Barrierefreiheit gegeben, aber eine wirklich behindertengerechte Toilette sei zum Beispiel nicht eingebaut worden. Dies werde nun nachgeholt, die "Aufträge an die Firmen sind raus", so Richter. Ungeachtet dessen sollen in der kommenden Woche die nötigen Unterlagen an die Volkssolidarität übergeben werden, damit diese als Träger der Einrichtung die Betriebserlaubnis beantragen kann.

Michael Pietruschka, Geschäftsführer der Volkssolidarität (VS) Mansfeld-Südharz, ist froh, dass die "Laweketalspatzen" eine akzeptable Unterkunft haben. "Die Verzögerung trifft unsere Kinder zum Glück nicht, wir haben mit der Übernahme der neuen Einrichtung von daher also keine Eile", so Pietruschka. Dass der Fördermittelgeber bestimmen darf, wie die bauliche Einrichtung zu sein hat, sehe er ein, aber Fakt sei auch, "das es sich bei den ,Laweketalspatzen' nicht um eine integrative Kita handelt, so der VS-Geschäftsführer. Mit anderen Worten: Behinderte Kinder können dort gar nicht aufgenommen werden. Eine integrative Kindertagestätte betreibt die VS in Gerbstedt. Dort werde auch speziell für diese Kinder geschultes Personal eingesetzt, so Pietruschka.