Blick auf die Solaranlagen auf dem Flugplatzgelände. (FOTO: MZ)
Die Hängepartie um die weitere Existenz des Flugplatzes in Allstedt geht weiter. "Der Stadtrat hat jetzt den Beschluss gefasst, der Standortmarketinggesellschaft des Landkreises Mansfeld-Südharz beizutreten", sagte am Mittwoch Allstedts Bürgermeister Jürgen Richter (CDU) der MZ.
Gleichwohl räumte er ein, dass zunächst noch eine nach Kommunalrecht vorgeschriebene Risikoanalyse erstellt werden müsse. "Unser Ziel ist es auch weiterhin, den Flugplatz in die kommunale Gesellschaft zu integrieren", sagte Richter. Eine Übernahme der so genannten Halterschaft des Platzes, an den die Lizenzen für den Flugbetrieb gebunden sind, durch die Stadt Allstedt schloss er zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus.
Dessen ungeachtet scheint das Vorhaben nach derzeitigem Stand der Dinge zum Scheitern verurteilt. Wie berichtet, hatte Landrat Dirk Schatz (CDU) die "Akte Sonderlandeplatz" angesichts der zögerlichen Haltung der Kommune für geschlossen erklärt. "Ich wüsste auch nicht, warum ich jetzt erneut darüber nachdenken sollte", sagte Schatz am Mittwoch der MZ. Zumal der von der Stadt gefasste Beschluss von der Kommunalaufsicht beanstandet werden müsste, da diesem eine Risikoanalyse vorauszugehen habe. "Diesen Stand hatten wir Anfang Dezember vergangenen Jahres bereits", sagte der Landrat.
Wie berichtet, soll mit der Mitgliedschaft in der kommunalen Gesellschaft sichergestellt werden, dass die Lizenz für die Starts und Landungen auf dem ehemaligen Militärflugplatz auf der Allstedter Heide erhalten bleibt. Zudem sollte die Gesellschaft den Platz, der sich jetzt in Privatbesitz befindet, betreiben. Der Landkreis hatte mehrfach ein schnelles Bekenntnis des Allstedter Rates für einen Beitritt gefordert. Das Tauziehen um den Betrieb des Flugplatzes währt mittlerweile über zwei Jahre. Bereits 2010 hatte die landeseigene Liegenschafts- und Immobilienmanagement-Gesellschaft Sachsen-Anhalt (Limsa) angekündigt, sich aus der Finanzierung zurückzuziehen. Der Vertrag war noch einmal um ein Jahr verlängert worden.
Bis dahin war die Limsa für die Kosten des Flugbetriebes größtenteils aufgekommen. So zahlte die Gesellschaft jährlich rund 25 000 Euro, unter anderem für den Einsatz des Flugleiters und Versicherungsleistungen. Auch hatte sich der Unternehmer Jacobus Nooren, der das Gelände zusammen mit dem Platz vom Land Sachsen-Anhalt gekauft hatte, bereiterklärt, die Betriebskosten für die ersten sechs Monate dieses Jahres zu übernehmen. In der Zwischenzeit hatte Ulrich Reinicke, der in Allstedt eine Flugschule betreibt und Flugleiter des Sonderlandeplatzes ist, angekündigt, dass private Investoren für die Übernahme des Platzes bereitstünden. Namen hatte er nicht genannt. Allerdings steht hier offenbar das Vergaberecht einem schnellen Halterwechsel im Wege. Denn dann müsste die Angelegenheit öffentlich ausgeschrieben werden.