Mansfeld-Südharz: Holzimpulszentrum wird zum Bindeglied

08.08.2012 18:33 Uhr | Aktualisiert 08.08.2012 19:04 Uhr
In fünf Jahren sollen täglich 1 000 Tonnen Holzschnitzel von Rottleberode nach Leuna geliefert werden, hieß es am Mittwoch. (FOTO:MAIK SCHUMANN) 
Von karl-heinz klarner
Nach einem gewonnen Ideenwettbewerb fließen aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung 40 Millionen Euro in die Region.
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rottleberode/MZ. 

Mit einem symbolischen Akt ist am Mittwoch das so genannte Holzimpulszentrum (HIZ) in Rottleberode (Gemeinde Südharz) offiziell eingeweiht worden. Das HIZ soll als Bindeglied zwischen der Holzindustrie im Südharz und dem Chemiestandort Leuna fungieren und dabei Koordinierungs-, Entwicklungs- und Schulungszentrum sein. Für den Auf- und Ausbau des Verbundes stellen das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Industrie sowie Unternehmen jeweils 40 Millionen Euro für die insgesamt 60 Partner bereit. Während in Rottleberode die Fertigung neuer Produkte angestrebt wird, sollen in Leuna die Reste verwertet werden.

Nach zweijähriger Vorbereitungszeit hatten Wissenschaftler, Unternehmer aus der Region und eine Unternehmensberatung aus Berlin im Januar dieses Jahres den Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gewonnen und dadurch die finanzielle Unterstützung des Projektes gesichert.

Die zügige Einweihung des HIZ sei auch der wesentlichen Unterstützung der Gemeinde und den ansässigen Unternehmen zu verdanken, sagte Matthias Zscheile, Professor der Universität Rosenheim und Ideengeber des Projektes. Demnach sollen in Rottleberode zukünftig sowohl neue Produkte für den Wohn-, Gewerbe- und Industriebau als auch für den Alltag der Bürgerinnen und Bürger entstehen. Als ein Beispiel dafür gelten Formholzrohre, die nach Herstellerangaben bereits heute die gleiche Stabilität wie Stahlkonstruktionen aufweisen und sich unter anderem als Masten für Kleinwindanlagen eignen. Ebenso können speziell behandelte Hölzer als dauerhafte Fußbodenbeläge im Wellness- und Nassbereich eingesetzt werden, ohne durch die Feuchtigkeit Schaden zu nehmen.

Eine ganz neue Verbindung knüpfen Zscheile und Thomas Hirth, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, zwischen der Forst- und Holzwirtschaftsregion Südharz und dem Chemiestandort Leuna. Dort sollen aus Holzhackschnitzeln aus Rottleberode zukünftig Grundstoffe für die chemische Industrie gewonnen werden. Die Weiterverarbeitung der Holzhackschnitzel erfolge dann im Fraunhofer-Institut für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) in Leuna, das sich zurzeit im Bau befindet.

"Das Holzimpulszentrum wird für den holzindustriellen Wirtschaftsstandort Rottleberode in Mitteldeutschland bald nicht mehr wegzudenken sein", schätzt Ralf Rettig (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Südharz, die Bedeutung der Neugründung ein.

Auch bei den Unternehmen der Region stößt das Projekt auf reges Interesse. "Wir brauchen die Vernetzung mit einem Cluster", sagte Horst Mosler, Geschäftsführer des Dämmstoffherstellers Homatherm vor knapp 100 geladenen Gästen in Rottleberode. Auch Jürgen Ante, Chef von Ante-Holz, begrüßte die Zusammenarbeit und sprach von einer Chance.