Mansfeld-Südharz: Landrat Dirk Schatz denkt über Rücktritt nach

08.08.2012 11:09 Uhr | Aktualisiert 09.08.2012 20:42 Uhr
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Von karl-heinz klarner
Landrat Dirk Schatz (CDU) denkt an Rücktritt. Schatz habe den Kreistag bereits am Montagabend im geschlossen Teil der Sitzung über seine Absichten in Kenntnis gesetzt.
sangerhausen/MZ. 

Landrat Dirk Schatz (CDU) denkt an Rücktritt: "Ich werde jetzt erstmal meinen Urlaub antreten, alles sacken lassen und dann entscheiden, ob ich auch als Landrat zurückkehre", sagte er gegenüber der MZ. Schatz bestätigte zudem, den Kreistag am Montagabend im geschlossen Teil der Sitzung über seine Absichten in Kenntnis gesetzt zu haben.

Dreistündige Sitzung

Den Äußerungen vorausgegangen war eine dreistündige Sitzung, die nach MZ-Informationen teilweise zu eskalieren drohte. Auslöser war demnach eine kurzfristig eingebrachte Tischvorlage zum Kauf einer Photovoltaikanlage. Ursprünglich wollte der Landkreis für rund fünf Millionen Euro die Anlage auf der Krughütte in Eisleben kaufen, doch am Montag stand der Erwerb einer Anlage auf einer Altlastenfläche in Sangerhausen zur Abstimmung. Dies sorgte zum Teil für "hitzige Debatten", räumte Schatz ein, der den Richtungswechsel mit naturschutzrechtlichen Problemen auf der Krughütte begründete. Gleichwohl hatte er die Vorlage zurückgezogen. Die Millionen, die aus dem Zukunftsfonds des Landkreises stammen, sollten jetzt anderweitig gewinnbringend angelegt werden, sagte Schatz.

Photovoltaikanlage

Kreistagspräsident Klaus Kotzur (Die Linke) sprach von einer "nicht völlig chaotischen Sitzung", in der teilweise die Emotionen hochgekocht seien. Viel wichtiger sei jedoch, dass die kreiseigene Erneuerbaren Energien Mansfeld-Südharz GmbH die Zustimmung des Kreistages erhalten habe. Das Unternehmen betreibt die Photovoltaikanlagen in Riethnordhausen und Berga, die für rund 21 Millionen Euro errichtet worden waren. Das Geld stammt ebenfalls aus dem Zukunftsfonds des Landkreises, der aus dem Erlös des Klinikverkaufs gespeist worden war. Anteile der Gesellschaft sollen jetzt den Stadtwerken in Sangerhausen, Hettstedt und Lutherstadt Eisleben zum Kauf angeboten werden. Ursprünglich war nur die Lutherstadt im Gespräch.