Mansfeld-Südharz: Lehrerin mit Leib und Seele

20.07.2012 19:01 Uhr | Aktualisiert 20.07.2012 20:00 Uhr
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Gisela Hempel

Gisela Hempel, die Leiterin der Südharz-Grundschule in Roßla, wurde nach 44 Jahren im Amt in den verdienten Ruhestand verabschiedet. (FOTO: ROHLAND)

Von STEFFI ROHLAND
Die Schulleiterin Gisela Hempel wurde am Donnerstag von den Mädchen und Jungen, Lehrerinnen, Eltern und Partnern der Südharz-Grundschule Roßla offiziell verabschiedet. Die Kinder und Lehrerinnen widmeten ihr ein einstündiges Programm.
Rossla/MZ. 

"So oft bin ich nicht sprachlos", sagte die 63-jährige Gisela Hempel. "Aber jetzt bin ich es erstmal." Die Schulleiterin wurde am Donnerstag von den Mädchen und Jungen, Lehrerinnen, Eltern und Partnern der Südharz-Grundschule Roßla offiziell verabschiedet. Die Kinder und Lehrerinnen widmeten ihr ein einstündiges Programm.

Nach 44 Arbeitsjahren geht die gebürtige Roßlaerin in den Ruhestand. Damit sie diesen in ihrem Garten oder in der Plantage genießen kann, haben ihr die Kolleginnen eine Gartenbank geschenkt, auf der sie schon einmal Platz nehmen durfte. Von dieser Ehren-Loge aus verfolgte sie aufmerksam die Auftritte "ihrer" Kinder. Diese erfreuten das Publikum und ganz besonders Gisela Hempel mit all ihrem sportlichen und musikalischen Können.

Aber auch die Kolleginnen hatten sich zu einem Chor zusammengefunden und dankten ihr mit einem eigens getexteten Lied für die schöne gemeinsame Zeit.

Gisela Günther, nunmehr dienstälteste Kollegin an der Grundschule, erinnerte an den Werdegang der scheidenden Chefin. Die berufliche Laufbahn begann für Gisela Hempel nach dem Studium in der Grundschule in Stolberg / Harz. Nach der Geburt ihrer Tochter und dem Umzug nach Roßla, begann für sie 1974 mit einer 5. Klasse die berufliche Tätigkeit in der Mittelstufe. An den Mathe- und Geografie-Unterricht erinnerten sich selbst die heutigen Elternvertreter noch gern. Zahlreiche Mathe-Asse sind durch ihre Hände gegangen. "Ich war von Anfang an gern Lehrerin und bin es noch heute", sagt Gisela Hempel. "Wenn man den Kindern vermittelt, mir macht mein Beruf Spaß, dann merken die Kinder das."

Wie es zur DDR-Zeit durchaus üblich war, unterrichtete sie bis zur Oberstufe. Trotz dieser Berufserfahrung, zählten nach der Wende nur noch Abschlüsse auf dem Papier. Deshalb bewarb sie sich als Grundschulleiterin. Somit begann am 1. September 1991 ein ganz neuer Abschnitt für sie, als Leiterin der Grundschule. Sie empfindet es als sehr schön, dass sie die Schule dadurch mitgestalten konnte. Sie ist sichtlich stolz, was in den vergangenen Jahren nicht nur äußerlich als Schule geschaffen wurde. "Wir haben mit der Feuerwehr, dem Sportverein (VfR) und dem Biosphärenreservat "Karstlandschaft Südharz" gute verlässliche Partner", resümiert sie.

Ortsbürgermeister Axel Heller würdigte Gisela Hempels Einsatz für den Schulstandort Roßla. Dass die Sekundarschule in Roßla blieb, sei ihr Verdienst. Dafür, musste allerdings die Grundschule das Gebäude der Sekundarschule in Roßla verlassen. Nun begann die Suche nach einem passenden Gebäude. Bekanntermaßen wurde der Neubau in Angriff genommen. Den kann sich Gisela Hempel durchaus auf die Fahne schreiben. "Auch nachfolgende Generationen werden es erleben, wie gut man hier lernen und arbeiten kann", hieß es im Rückblick. Als Gisela Hempel die ersten Briefe zum Erhalt des Schulstandortes schrieb, wurde sie belächelt. Aber entsprechend ihrer Art ließ sie nicht locker. Um all das durchzusetzen, nahm sie eine weitere Aufgabe auf sich, die sie auch weiterhin mit viel persönlichem Engagement ausfüllen wird: Sie wurde Gemeinderätin (parteilos). "Ohne diesen Schritt wäre sicher einiges anders gekommen", sagt sie. "Aber ich hatte in Axel Heller und vielen anderen aus dem Gemeinderat die entsprechende Unterstützung."

Auch in Zukunft wird sie keine Langeweile haben. Mit Hilfe ihres Mannes wird sie zunächst die vielen geschenkten Blumen und Bäumchen in den Garten pflanzen. Außerdem plant sie längere Radtouren. "Im Moment schaffe ich 15 Kilometer - das kann ausgebaut werden", sagt sie. Außerdem wäre sie Wanderungen in der Region nicht abgeneigt. "Da käme auch mein Mann mit.". Am meisten freut sie sich aber, dass sie nun mehr Zeit für die Familien des Sohnes und der Tochter hat, auch wenn diese in Quedlinburg und in Bayern wohnen. "Wenn die Enkelkinder, die nun Abc-Schützen werden, Ferien bekommen, wird die Oma für sie da sein", freut sie sich.