"Ich habe zu Hause auch eine Kettensäge, aber was die Sportler vorführen, grenzt schon an ein Wunder", meinte Zuschauer Hans-Herbert Rückert aus Hettstedt erstaunt. Grund zum Staunen gab es vielfach. Denn bei diesen Meisterschaften kam es nicht nur auf Schnelligkeit, sondern vor allem auf Präzision an. Geprüft wurden die Spezialisten mit der Motorkettensäge in fünf Disziplinen, wobei die Fällung eines Baumes als Königsdisziplin galt.
Dafür wurden zunächst 20 Meter hohe Fichten mit Hilfe schwerer Technik aufgestellt. Sie mussten anschließend zielsicher gefällt werden. Zielsicher bedeutete in diesem Fall, dass der jeweilige Starter den Baum mittels Augenmaß auslotete, sich eine Zielfahne steckte und diese mit einem Präzisionsschnitt treffen musste. "Bei dieser Disziplin müssen wir Winkel und Schnittbreite genau berechnen und den Stamm innerhalb von drei Minuten gefällt haben", erklärte Titelverteidiger Andreas Walther aus Wippra. Der Forstwirtschaftsmeister und Lehrausbilder war einer der Mitorganisatoren des zweitägigen Spektakels. Er trat unter anderem gegen Forstarbeiter der deutschen Nationalmannschaft an.
Zweiter Prüfstand war das Wechseln der Kette. "Ich habe auch schon versucht, die Kette zu wechseln, musste jedoch trotz handwerklichen Geschicks aufgeben und es dem Fachmann überlassen", verriet Besucher Michael Metzner aus Eisleben, der besonders lange bei dieser Station des Wettkampfes verharrte. Der Weltrekord im Kettenwechseln liegt unter neun Sekunden und einige der Wettkampfteilnehmer lagen nur wenige Sekunden darüber.
Als dritter Wettkampfpunkt stand der Kombinationsschnitt auf der Tagesordnung. Diese Aufgabe bezeichneten die Wettkampfteilnehmer als schwierigsten Knackpunkt. Der Holzstamm musste dazu bis zur Hälfte von oben und zur anderen Hälfte von unten durchtrennt werden, wobei die Schnittfläche dabei möglichst glatt, beziehungsweise in der Fachsprache bei null Grad liegen sollte.
Beim Präzisionsschnitt schließlich war gutes Augenmaß gefragt und vor allem ein ruhiges Händchen. "Die Sägen wiegen zwischen sechs und acht Kilogramm und es bedarf selbstverständlich auch einer guten Kondition", meinte Hagen Zeun, der aus Sachsen zum Wettkampf angereist war. Die fünfte und letzte Prüfung an beiden Wettkampftagen bildete die so genannte Entastung, bei der 30 Äste unter strengen Sicherheitsvorschriften möglichst schnell vom Stamm abgetrennt werden mussten. Alle diese Aufgaben sorgten dafür, dass die Besucher vom Wettkampf gefesselt waren und am Schluss Danny Kloska zum Landesmeister 2012 mit einer silbernen "Harzer Axt" gekürt wurde.