Mansfeld-Südharz: Obstbauern heuern Imker an

04.05.2012 19:49 Uhr | Aktualisiert 04.05.2012 19:56 Uhr
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Franz Lorenz

Imker Franz Lorenz mit Kennerblick: Die Bienen waren in den ersten Wochen schon sehr fleißig. (FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK)

Von Daniela Kainz
Die Obstbauern am Süßen See wollen nichts dem Zufall überlassen. Philipp Moser, Chef des Obsthofes "Am Süßen See" in Aseleben, heuerte jetzt Imker Frank Lorenz an. Der 53-Jährige aus Großleinungen hat 19 Bienenvölker am Rande der blühenden Apfelbäume stationiert.
Aseleben/MZ. 

Seine emsigen Tiere sollen helfen, die Erträge der nächsten Ernte zu steigern, indem sie die Blüten der Bäume bestäuben.

Seit mittlerweile drei Wochen schwärmen die Bienen täglich aus. Vorausgesetzt, die Temperaturen stimmen. "Ab zwölf Grad kommen sie aus ihren Stöcken", weiß der Fachmann. Jeweils 40 000 Tiere leben in einem Bienenstock und fliegen im Umkreis von drei Kilometern über die Obstplantagen.

Normalerweise sollten die Bienen bereits zur Aprikosenblüte ihren ersten Einsatz im Anbaugebiet am Süßen See haben. Dazu kam es aber nicht. Das Wetter machte Obstbauer Moser einen Strich durch die Rechnung. Alle Blüten sind erfroren. Er muss einen Totalausfall hinnehmen.

Alle Hoffnungen setzt Moser jetzt in die kommende Apfelernte. Die Bedingungen für gute Erträge sind bislang gegeben. Die Bäume standen bis vor kurzem in voller Blüte. Der von den Obstbauern langersehnte Regen fiel auch endlich. Wenn die Temperaturen in den nächsten Tagen nicht zu tief in den Keller gehen, dürften die Apfelbäume die Blütezeit unbeschadet überstehen.

Solange die Bienen in den Obstplantagen ihrer Arbeit nachkommen, schaut Imker Lorenz einmal in der Woche vor Ort nach dem Rechten. Er kann dabei auf jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen. Als 13-Jähriger entdeckte er für sich die Imkerei und ist bis heute im Nebenerwerb dabeigeblieben. Tagsüber arbeitet er als Meister im Presswerk in Artern. Der Umgang mit den Bienen in der Natur ist aus diesem Grund ein willkommener Ausgleich für ihn. Nach der jüngsten Kontrolle der Bienenstöcke zeigte sich Imker Lorenz zufrieden: "Die Bienen sind fleißig, in den Waben ist schon der erste Honig zu sehen." Alle seine Beobachtungen notiert er fein säuberlich in Protokollen.

Sobald die Ausbeute groß genug ist, beginnt er mit der Verarbeitung des Honigs. Mehrere Schritte sind vom Schleudern über das Sieben bis zum Abfüllen nötig. Gläser mit "Lorenz-Honig" werden auch im Hofladen der Aselebener Obstbauern zum Verkauf angeboten.