Die Reste des Salzigen Sees bieten vielen Vogelarten einen Lebensraum. Deswegen gehört die Fläche zum «nationalen Naturerbe». (FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK)
"340 Hektar sind Naturschutzgebiet, die restlichen 80 Hektar sind anliegende Flächen", sagt Constanze Fiedler, Pressesprecherin der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG).
Hintergrund ist, dass die Bundesregierung im Jahr 2005 beschlossen hat, dass das "nationale Naturerbe" - das sind Flächen mit besonderer Bedeutung für den Naturschutz - dauerhaft erhalten bleiben muss. Dazu gehören auch große Teile des Salzigen Sees. Die BVVG hat in Absprache mit dem Umweltministerium Sachsen-Anhalt nach einem geeigneten Träger für das Naturschutzgebiet gesucht, und die 2002 gegründete Nabu-Stiftung gefunden. Eine Grundsatzvereinbarung zur Übertragung wurde im März des vergangenen Jahres unterzeichnet.
Der Salzige See ist die erste Fläche, die die Nabu-Stiftung im Mansfelder Land übernimmt. "Die Artenvielfalt ist in dem Gebiet bombastisch", freut sich Frauke Hennek von der Stiftung. Dort sind laut einer Zählung aus dem Jahr 2002 126 Vogel- und 23 Libellenarten zu Hause sowie 175 Laufkäfer. Neben den vier Quadratkilometern Naturschutzgebiet will die Nabu-Stiftung auch noch 51 Hektar Ackerfläche im Salzigen See kaufen. Dafür muss die Stiftung insgesamt eine Million Euro bezahlen "Wir sind gerade dabei, dafür Spenden zu sammeln", so Hennek. Mit dem Pächter der Ackerfläche ist die Stiftung schon im Gespräch. Künftig soll dort ausschließlich ökologischer Landbau betrieben werden.
Die Einheitsgemeinde Seegebiet-Mansfelder Land zeigt sich von der Übertragung überrascht. "Wir haben keine Informationen darüber. Wir sind verwundert, dass solche Bestrebungen bestehen, ohne die Gemeinde vorher zu informieren", sagt Bürgermeister Jürgen Ludwig. Die BVVG verweist dagegen darauf, dass Sachsen-Anhalt zugestimmt hat und deswegen die Gemeinde nicht extra informiert worden ist.
Unklar ist, ob die Übertragung Auswirkung auf die geplante Anhebung der Landstraße 176 von Aseleben nach Röblingen hat, die mitten durch das Naturschutzgebiet führt und immer wieder überflutet wird. Denn bei einem Planungsverfahren müsste die Nabu-Stiftung als Anrainer beteiligt werden. Es gibt Befürchtungen, dass sich eine Naturschutzstiftung besonders gegen den Bau sperren könnte. Peter Lohse von der zuständigen Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt meint dagegen: "Da sehe ich kein Problem, wenn das dem Nabu gehört."