Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, zusammen mit einem noch unbekannten Komplizen von März bis Mai 2010 an Geldautomaten von Banken in Sangerhausen, Halle, Bitterfeld-Wolfen und Zerbst spezielle Kartenlesegeräte und Videokameras angebracht zu haben und so die Daten von Kunden, die die Geldautomaten nutzten, ausgelesen zu haben. Diese Daten soll er dann auf Kartendoubletten übertragen und mit diesen innerhalb weniger Tage an Geldautomaten in Polen und Tschechien insgesamt 130 000 Euro abgehoben haben.
Der Angeklagte war aufgrund eines europäischen Haftbefehls in Rumänien festgenommen und im März 2012 nach Deutschland ausgeliefert worden. Er habe sich nicht zur Sache bislang geäußert, hieß es. Es droht eine Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren.
Der Prozess sollte ursprünglich am 17. Juli dieses Jahres beginnen, das Verfahren musste aber ausgesetzt werden, weil auf die Rüge der Verteidigung zunächst die ordnungsgemäße Auswahl der Ersatzschöffen überprüft worden war. Insgesamt sind drei Verhandlungstage in dem Prozess angesetzt.
Wie berichtet, war im März 2010 die Sangerhäuser Filiale der Commerzbank Zielscheibe von Betrügern geworden. Nach Skimming-Attacken auf Kartenautomaten der Sparkasse im Jahr 2008 war dies der insgesamt dritte Fall im Landkreis Mansfeld-Südharz. Indes reagierten die Banken und Geldinstitute nach den versteckten Aktionen von Datendieben auf Geldautomaten und verstärkten ihre Sicherheitsvorkehrungen.