Hintergrund: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will die Kfz-Kennzeichen freigeben. Heißt: Auch Städte und Gemeinden, die noch nie ein eigenes Kennzeichen im Nummernschild führten, könnten so eine eigene Buchstabenkombination wählen. "Als ich von dieser Möglichkeit hörte, fiel mir sofort ,GER' ein", so Schwarz. Als Alternative zu "GER" böte sich auch "GB" an. Wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu dem Ramsauer-Vorstoß auf dem Tisch liegen, werde man im Stadtrat die Diskussion über ein eigenes Kennzeichen führen.
Grundsätzlich offen zu dem Vorhaben zeigt man sich auch in Hettstedt. Freilich müsse der Willen der Bürger klar erkennbar sein, auf das alte Kennzeichen "HET" zurückzugreifen. Zum Markttag am 12. September will die Verwaltung deshalb Bürger befragen. Falls sich abzeichnen sollte, dass das Interesse am HET-Kennzeichen groß ist, werde man das Thema auf die Tagesordnung im Stadtrat setzen, sagt der Hettstedter Bürgermeister Danny Kavalier (CDU). In der Lutherstadt Eisleben spielt dieses Thema indes derzeit keine Rolle, wie Stadtsprecher Maik Knothe sagt. Es habe bisher keinerlei Anfragen gegeben, in dieser Richtung etwas zu unternehmen.
Ähnlich sieht es in der Einheitsgemeinde Seegebiet Mansfelder Land aus. "Still ruht der See", sagt Ordnungsamtsleiter Heiner Rarisch. Möglicherweise habe das auch etwas damit zu tun, dass jetzt noch eine Art Sommerpause herrscht, was öffentliche Diskussionen betrifft. Ob über ein eigenes Kennzeichen - beispielsweise "SEE" - noch eine Debatte entbrennt, müsse abgewartet werden.
In der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund - Helbra sind laut Bürgermeister Bernd Skrypek noch keine Aktivitäten in Sachen eigenes Autokennzeichen zu erkennen. Wobei es bei einer Verbandsgemeinde bei solchen Diskussionen ohnehin anders ist, da die Gemeinden im Gegensatz zur Einheitsgemeinde deutlich selbstständiger agieren können. Theoretisch könnte sich Klostermansfeld ein anderes Kennzeichen als das benachbarte Benndorf zulegen. Skrypek selbst denkt nicht, dass dadurch eine Identitätssteigerung erreicht wird. Mit "MSH" sei man bisher gut gefahren.
Beim Landkreis steht man den Plänen der Lokalisierung der Kennzeichen zurückhaltend gegenüber. Vor allem vor dem Hintergrund mehrerer Gebietsreformen hätten sich die meisten Menschen inzwischen mit den neuen Strukturen identifiziert, teilte der Landkreis mit. Das Zusammenwachsen im Landkreis Mansfeld-Südharz werde mit "MSH" gefördert. Zudem würde es für Verwirrungen sorgen, wenn jede Kommune über ein eigenes Kennzeichen verfügt. Zwar sei eine Umstellung auf mehrere Kennzeichen-Kombinationen bei der Zulassung technisch möglich, das würde aber zu einem nicht absehbaren Mehraufwand führen, so der Kreis.