Mansfeld-Südharz: Uran-Problem beschäftigt Regierung

07.05.2012 18:49 Uhr | Aktualisiert 07.05.2012 19:09 Uhr
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Trinkwasser

Mittlerweile beschäftigt auch die Landesregierung Sachsen Anhalt das uranverseuchte Trinkwasser. (FOTO: ARCHIV)

Mit dem Problem des uranverseuchten Trinkwassers, das unter anderem im Raum Allstedt, Emseloh und Winkel aus Brunnen gewonnen wird und Kindern bis zu einem Jahr nicht mehr verabreicht werden darf, beschäftigt sich jetzt auch die Landesregierung Sachsen-Anhalt.
Sangerhausen/MZ/HKO. 

Aus ihrer Sicht gibt es zwei Möglichkeiten, um die Konzentration des giftigen Stoffes im Trinkwasser zu senken: bevorzugt die Nutzung anderer, weniger belasteter Rohwässer oder das Mischen mit unbelastetem Roh- oder Trinkwasser. Das sei alternativ oder kombiniert möglich, heißt es in einer Antwort an den Abgeordneten Dietmar Weihrich (Bündnis 90 / Die Grünen) aus Halle, der Vorsitzender des Umweltausschusses ist.

Wie die Landesregierung hervorhebt, komme das Mischen verschiedener Wässer dauerhaft "nur unter sorgfältiger Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls in Betracht". Die Konzentration im Mischwasser müsse auch bei veränderten Anteilen den Grenzwert von zehn Mikrogramm je Liter dauerhaft unterschreiten. Greife beides nicht, müssten uranspezifische Ionenaustauscher eingebaut werden; das praktiziert der Trinkwasserzweckverband (TZV) Südharz seit 2009.

Nach wie vor beschäftigt das Thema auch die Verantwortlichen vor Ort. "Der Landkreis und der TZV sind ständig in Gesprächen, um gemeinsam eine schnelle Lösung des Problems zu erarbeiten", sagt Kreis-Sprecherin Michaela John. Denn kürzlich hatten Allstedts Bürgermeister Jürgen Richter (CDU) und die Ortsbürgermeister einen offenen Brief an den TZV Südharz verfasst. Ebenso wie eine Bürgerinitiative drängen sie, die Bevölkerung so schnell wie möglich mit unbelastetem Fernwasser aus der Rappbodetalsperre zu versorgen. Die Leitung von Mittelhausen nach Winkel ist im Bau, nächstes Jahr soll der Anschluss nach Allstedt erfolgen. Das Emseloher Netz wird zurzeit vorbereitet, um Bachwasser aus Blankenheim einzuspeisen. Die Ausnahmegenehmigung, mit der das Gesundheitsamt des Landkreises die erhöhte Uran-Konzentration duldet, läuft bis 5. Oktober 2014. So lange will man sich aber weder in Allstedt noch bei der Bürgerinitiative gedulden.