Modellflugtage: Mekka für Himmelsstürmer

25.06.2012 18:15 Uhr | Aktualisiert 25.06.2012 21:20 Uhr
Drucken per Mail
Mario Hertel

Eine echte Augenweide waren die Vorführungen des ehemaligen Chemnitzers Mario Hertel. Mit seiner Yak-55, die immerhin über satte drei Meter Flügelspannweite verfügt, zeigte er Kunststücke, die viele Besucher nicht für möglich hielten. (FOTO: CHRIS WOHLFELD)

Von holger hadinga
Am Wochenende gab es auf dem Fluggelände zwischen Quedlinburg und Gernrode reichlich Himmelsstürmer zu sehen. Dabei handelte es sich um Miniflieger, die auf dem Areal des Modellfliegerklubs Ostharz (MFK) wie am Fließband starteten und landeten. Bereits zum 15. Mal fand diese Veranstaltung statt.
quedlinburg/gernrode/MZ. 

Doppeldecker, Kampfjets, Propellerflugzeuge, Segelflugzeuge und Hubschrauber. Von den Himmelsstürmern gab es am Wochenende auf dem Fluggelände zwischen Quedlinburg und Gernrode reichlich zu sehen. Dabei handelte es sich um Miniflieger, die auf dem Areal des Modellfliegerklubs Ostharz (MFK) wie am Fließband starteten und landeten. Bereits zum 15. Mal fand diese Veranstaltung statt.

Der Auftakt kam jedoch von Modellraketen mit pyrotechnischem Antrieb. Es zischte, und rote sowie blaue Flämmchen waren zu sehen. Dann schossen sie 100 bis 200 Meter in die Höhe und landeten sanft mit einem Fallschirm am Boden.

Über eine Teilnehmerzahl von 65 Piloten aus dem gesamten Bundesgebiet freute sich Andreas Kölbel, der seit drei Jahren MFK-Vorsitzender ist. "Das Motto für unsere Veranstaltung heißt 'Event für die ganze Familie'. Wir möchten das Interesse am Modellflug wecken und das Hobby nach außen tragen. Vor allem die Jugend soll gezogen werden", sagte er. Denn der Verein sucht Nachwuchs. Kölbel ist 1983 durch einen Mitschüler zu seinem Hobby gekommen. Kölbel lobte das Engagement der Mitglieder bei der Vorbereitung und Durchführung und er freute sich vor allem über das größtenteils gute Wetter. Zwischendurch hatten die Piloten mit böigem Wind und kurzen Schauern zu kämpfen. Doch ganz Mutige ließen sich doch zu neuen Starts hinreißen, um selbst zu erproben, inwieweit sich die Maschinen unter solchen noch beherrschen lassen. Reger Andrang herrschte vor dem Start am Tisch der Senderwache. Die kontrollierte, ob von den Teilnehmern die Versicherungsunterlagen in Ordnung sind und dass es bei den zugelassenen Frequenzen keine Überlagerungen gibt.

Zum ersten Mal nahm Timo Sonntag aus dem Schwabenländle teil. Er reiste von Marbach am Necker an und ist dort Mitglied des Modell-Flieger-Clubs. Sein Fluggerät war ein so genannter "Nurflügler" - ein Flugobjekt, bei dem es keine Differenzierung zwischen Tragfläche und Rumpf gibt. Hier hatte Sonntag sogar eine Mini-Videokamera befestigt, um Luftbilder per Sender an einen Beamer zu schicken. Die konnten gleich live im Vereinshaus angesehen werden. Sonntag war auch mit einem elektrisch angetriebenen Hubschrauber vom Typ T-rex 600 E am Start. "Seit über zehn Jahren bin ich nun bei den Modellfliegern. der Platz hier ist herrlich, er ist riesig und ebenerdig", schwärmte der Baden-Württemberger. Silvio Hertel vom sächsischen MSC Rochlitz in der Nähe von Chemnitz ist regelmäßig bei den Flugtagen. "Nicht nur der Platz ist schön, sondern man kann hier auch gut feiern", meinte er schmunzelnd.

Aber auch das Rahmenprogramm war anspruchsvoll - zumindest für die kleinen Gäste. Mit Streichelzoo, Ballwerfen, Bastel- und Malstraße rund um die Fliegerei oder die immer besetzte Hüpfburg zum Austoben. Und Modelle der anderen Art zeigten als Kontrast die Mitglieder des Modellbahnclubs Thale mit ihren Zügen.