Eigentlich hätte sich das Meerkatzen-Weibchen wohl lieber in den Schatten gelegt. Aber die Neugier lockt das Tier dann doch hervor, schließlich liegt das nunmal in der Natur der Frauen. So viel Aufmerksamkeit wie zum MZ-Ferientag am Dienstag in Bernburg bekommen die Meerkatzen im Bernburger Tiergarten auch nicht alle Tage. Davon lässt sich die Meerkatzen-Dame aber auch nicht nervös machen, sondern beißt genüsslich in ihre Apfelspalte während sie den Kopf von links nach rechts dreht. Nachdem es genug gesehen hat, verschwindet das Tier auch wieder im Schatten. Erika Oertel und ihre Tochter Nicole beobachten amüsiert die Szene am Rande. Die Gäste aus Radisleben (Landkreis Harz) kommen immer wieder gern nach Bernburg, so, wie am Dienstag zum MZ-Ferientag. "Wir freuen uns auf den Tiergarten und die Saalefee", meint Erika Oertel. Ihre 16 Jahre alte Tochter Nicole ist besonders auf die Pinguine gespannt.
Ursula Gottfried und Enkel John wollen sich die putzigen Tiere auch keinesfalls entgehen lassen und besuchen die Humboldtpinguine in ihrer kleinen Oase. Schon vor 30 Jahren war Ursula Gottfried mit ihrem Sohn im Bernburger Tiergarten, jetzt eben mit ihrem Enkel. "Seit damals hat sich eine ganze Menge verändert", bemerkt die Eisleberin. Vor allem habe es damals nicht so viele Tier gegeben. Überhaupt sei die ganze Anlage sauber und gepflegt, lobt der Gast aus der Lutherstadt.
Auch Petra Rauchfuß und ihre Töchter Josefine und Susi schauen den Pinguinen längere Zeit zu. Immer wieder tauchen die Frackträger in ihrem Becken ab, was bei den Temperaturen am Dienstag auch nicht verwunderlich ist. Andere aalen sich indes in der Sonne. Und dann gibt es da noch den einen, den es besonders in die Zeitung drängt. Als nämlich der MZ-Fotograf Bilder am Becken machen will, taucht besagter Pinguin direkt neben ihm auf und reckt seinen Schnabel unentwegt in die Höhe. "Der ist richtig medien-geil", lacht Susi Rauchfuß. Schon mehrfach hat die 25-Jährige mit Mutter und Schwester am MZ-Ferientag teilgenommen. Auch den Bernburger Tiergarten kennt die Familie aus Ostrau (Saalekreis) schon. "Aber Bernburg gefällt uns so sehr, dass wir immer wieder kommen", betont Mutter Petra Rauchfuß. Außerdem würden ihre (fast) erwachsenen Töchter heute nicht mehr jeden Ausflug mitmachen.
Einen Ausflug nach Bernburg hatte Regina Weiße aus Halle ohnehin geplant. "Wenn der Kindergarten geschlossen hat, muss man sich eben etwas für die Enkel einfallen lassen", erklärt sie. Die gebürtige Aschersleberin ist begeistern vom Bernburger Tiergarten. "Wir finden den super", sagt Weiße und spricht damit auch für ihre Engeltochter Jette (3). Regina Weiße lobt die Anlagen und die beiden Spielplätze. "Für kleine Kinder ist das genau das Richtige." Auch Jette fühlt sich sichtlich wohl. Nur ihr Lieblingstier, ein Reh, hat sie noch nicht entdeckt. Dafür aber viele andere, schließlich leben über 900 Individuen in etwa 125 Wildtierarten und Haustierrassen in der 8,5 Hektar großen Anlage im Krumbholz. So haben Jette und ihre Oma beispielsweise die gemütlichen Wisente gesehen, wie sich sonnten. Sie sind auch vorbei an den Trampeltieren und Lamas. Und vielleicht haben sie zwischen Bäumen und Sträuchern auch die Bentheimer Schweine entdeckt, wie sie in der Mittagspause ein Nickerchen machten. Später wollen Oma und Enkeltochter noch mit der Parkeisenbahn ins "Paradies" und den Märchengarten fahren.
Für viele andere Gäste führt der Weg aber direkt ans Saaleufer. Dort legt das Fahrgastschiff "Saalefee" beinahe stündlich zu einer Fahrt flussaufwärts nach Gröna ab. "Sobald das Schiff voll ist, geht's los", sagte ein gut gelaunter Kapitän Randy Fürst. Das sind pro Tour 150 Passagiere. Obwohl es für ihn und sein Team doch merklich stressiger als an anderen Tagen ist, so ist er doch froh darüber, dass die "Saalefee" überhaupt fahren kann, nachdem am Wochenende der Motor gestreikt hatte und Fahrten abgesagt werden mussten. Die Resonanz sei insgesamt ähnlich wie ihm Vorjahr, nur würden sich die Gäste tagsüber mehr verteilen, sagt Fürst. Das sei umso besser, schließlich muss er so nur Wenige auf später vertrösten.