Umfrage zur OB-Wahl in Halle (MZ-GRAFIK: VOLLMER)
Allerdings deutet viel auf eine Stichwahl hin und dann könnte es eng werden für Bönisch: SPD-Mann Kay Senius, der parteilose Bernd Wiegand, Swen Knöchel (Linke) und Oliver Paulsen (Grüne) zählen zum linken und linksliberalen politischen Lager. Vereinigen sich in einer Stichwahl viele dieser Stimmen auf einen Kandidaten, hat der durchaus gute Chancen, neuer Oberbürgermeister von Halle zu werden. Eine Stichwahl ist deswegen sehr wahrscheinlich, weil kein Kandidat derzeit die Aussicht hat, mehr als die Hälfte der Stimmen bei der Wahl am 1. Juli zu bekommen.
Bei der aktuellen Umfrage hatte das renommierte Meinungsforschungsinstitut infratest dimap ausgewählte Hallenser telefonisch befragt - ähnlich wie vor Landtagswahlen. "Wir empfehlen die Erhebung unter 500 repräsentativ ausgewählten Personen. In Halle haben wir sogar 750 Personen befragt", sagt Roberto Heinrich von infratest dimap.
Der 58 Jahre alte Bönisch liegt demnach in fast allen wichtigen Politikfeldern vorn. Er ist zugleich auch der bekannteste aller Kandidaten. Bönisch war bereits bei der letzten OB-Wahl angetreten und damals gegen Dagmar Szabados (SPD) knapp gescheitert. Die tritt aber aus Altersgründen nicht mehr an, stattdessen haben die Sozialdemokraten den Chef der Landes-Arbeitsagentur, Kay Senius, ins Rennen geschickt.
Der 55-Jährige ist in Halle aber offenbar noch wenig bekannt. Das ist wohl einer der Gründe, warum er in der Umfrage so schlecht abschneidet. Nur ein Viertel der Befragten verbindet etwas mit seinem Namen. Da hat es Halles Innendezernent Bernd Wiegand leichter: Er hatte in der Vergangenheit vor allem wegen eines Dauerstreits mit Szabados von sich Reden gemacht - und ist so nach Bönisch der bekannteste Politiker im OB-Rennen.
Mittlerweile hat zudem ein weiterer Bewerber seine Kandidatur offiziell bekannt gegeben: Der 60-jährige Ingolf Schöppe (parteilos) aus Halle-Büschdorf. Er konnte bei der Umfrage noch nicht berücksichtigt werden.
Noch ist das Interesse an der Oberbürgermeister-Wahl in Halle gering: Mehr als 60 Prozent aller Befragen sagten, dass sie kein oder nur wenig Interesse an der Wahl hat.
Anmeldung für das MZ-Forum mit allen Kandidaten im Audimax der Universität Halle am 3. Juni ab 16 Uhr unter: 0345 / 5 65 29 74