Bernhard Bönisch (2.v.l.) und Bernd Wiegand stellen sich den Fragen von MZ-Chefredakteur Hartmut Augustin (r.) und Lokalchef Gert Glowinski (l.). (FOTO: WINKLER)
Die Kandidaten für die Oberbürgermeister-Stichwahl in Halle, Bernhard Bönisch (CDU) und Bernd Wiegand (parteilos) haben für den Fall ihrer Wahl völlig unterschiedliche Führungsstile im Rathaus angekündigt: Während Bönisch auf dem MZ-Wahlforum am Montagabend im Neuen Theater sagte, speziell auch den Dezernenten direkte Vorgaben machen zu wollen, plant Wiegand, die Eigenverantwortung der Dezernenten zu stärken.
"Ohne Führung geht es nicht, und ein Oberbürgermeister als Führungsperson muss eine Führungsperson bleiben", sagte Bönisch, als es bei dem Forum um das derzeit angekratzte Image der Riege der fünf Dezernenten der Stadt ging. "Die Dezernenten haben in ihrem Geschäftsbereich die volle Verantwortung, das ist dringend wieder herzustellen", sagte Wiegand mit Blick auf die Praxis von Amtsinhaberin Dagmar Szabados (SPD), die aus Wiegands Sicht den Dezernenten zu viel hineinrede. Wiegand selbst ist Beigeordneter für Ordnung und Sicherheit. Er wolle als möglicher OB den Führungsbeamten lediglich "Leitlinien" vorgeben, anhand derer diese ihre Arbeit machen sollen.
Das Forum, das von MZ-Chefredakteur Hartmut Augustin und Lokalchef Gert Glowinski am Montag moderiert wurde, verfolgten rund 350 Besucher im voll besetzten großen Saal des Neuen Theaters. Die Stichwahl findet am kommenden Sonntag statt.
Bönisch ist Landtagsabgeordneter. Zudem hat er in Halles Stadtrat als Chef der CDU-Fraktion ein gewichtiges Wort mitzureden. Egal, wer von den Kontrahenten letztlich den obersten Rathausposten erringen wird: Beide werden mit dem jeweils anderen künftig zusammenarbeiten müssen. Bönisch und Wiegand versicherten unisono, zu einem sachlichen und respektvollen Miteinander bereit zu sein.
In der ersten Oberbürgermeister-Wahlrunde am 1. Juli hatten nur 34,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Wiegand zeigte sich am Montag optimistisch, dass dieser Wert am Sonntag wieder erreicht werden kann. Dagegen geht Bönisch davon aus, dass noch weniger Bürger wählen gehen werden: "Wir werden die Zahl nicht wieder erreichen. Das haben die Stichwahlen in der Vergangenheit immer wieder gezeigt.