Planfeststellungsverfahren: Nächste Runde für Radweg

13.06.2012 18:05 Uhr | Aktualisiert 13.06.2012 19:04 Uhr
Drucken per Mail
Radtour

Mit einem Aktionstag, bei dem die Teilnehmer - hier am Startort - auf der Bundesstraße von Aschersleben nach Ermsleben fuhren, wurde die Forderung nach dem Radwegbau unterstützt. (FOTO: ARCHIV/POCKLITZ)

Von petra korn
Die einen haben es mit Ungeduld erwartet, andere lehnen es ab: Das Landesverwaltungsamt hat das Planfeststellungsverfahren für das Bauvorhaben eines straßenbegleitenden Radweges entlang der Bundesstraße 185 von Aschersleben nach Ermsleben eingeleitet.
Aschersleben/MZ. 

Die einen haben es mit Ungeduld erwartet, andere lehnen es ab: Das Landesverwaltungsamt hat das Planfeststellungsverfahren für das Bauvorhaben eines straßenbegleitenden Radweges entlang der Bundesstraße 185 von Aschersleben nach Ermsleben (Stadt Falkenstein / Harz) eingeleitet. Seit Montag liegen die Planungsunterlagen im Rathaus der Stadt Falkenstein / Harz aus - vier dicke, prall gefüllte Ordner mit Material, das von der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Regionalbereich West, erarbeitet wurde.

Vier Ordner, die nicht nur auf wohlwollendes Interesse von Radwegbefürwortern stoßen werden. Landwirte der Region haben wegen des mit dem Bau verbundenen Verbrauchs landwirtschaftlicher Flächen bereits Widerspruch angekündigt.

In Landesverkehrsplanung

Dieser Radweg hätte laut ursprünglicher Planung schon zur Landesgartenschau 2010 in Aschersleben fertig sein sollen. Allerdings hatte der damalige Landesbetrieb Bau, der mit der Planung des Weges beauftragt war, von Beginn an deutlich gemacht: Dieser Termin würde nur zu halten sein, wenn alle Beteiligten dem Projekt zustimmen. Dazu zählten auch betroffene Eigentümer, von denen Flächen für den Radwegebau erworben werden müssen. Dieses Einvernehmen konnte aber nicht erzielt werden. Deshalb muss für den Radweg, der in die Landesplanung eingeordnet ist und zu den wichtigsten Radwegeprojekten in Sachsen-Anhalt zählt, ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden.

Dass dieses Verfahren zügig abläuft und der Radweg schnell gebaut wird, darauf drängen die Mitglieder des "Initiativkreises Radweg Aschersleben-Falkenstein". Der Zusammenschluss von Bürgern aus der Region hat beispielsweise einen Aktionstag gestartet und sich mit einer Petition an den Landtag gewandt. Zudem wurden knapp 2 000 Unterschriften gesammelt und an Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) übergeben, um der Forderung Nachdruck zu verleihen. Der Initiativkreis unterstreicht, dass nur ein straßenbe-gleitender Radweg entlang der Bundesstraße den Bedürfnissen der Bevölkerung und des steigenden Radtourismus zu gerecht wird.

Gegner des Weges, darunter Landwirte, die an die Straße angrenzende Flächen bewirtschaften, sehen das anders. Sie verweisen auf vorhandene Feld- oder im Zusammenhang mit dem Bau von Windrädern errichtete Wege. Nach ihrer Auffassung gibt es somit Alternativen zu einem Verbrauch landwirtschaftlicher Fläche.

Auslegung bis 10. Juli

Laut Planungsunterlagen werden für das Bauvorhaben einschließlich der landschaftspflegerischen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen Grundstücke in den Gemarkungen Ermsleben und Aschersleben beansprucht.

Vom Bauvorhaben betroffene Bürger haben während der Auslegungszeit der Planungsunterlagen bis zum 10. Juli und daran anschließend bis zum 24. Juli die Möglichkeit, Einwendungen zu erheben. Auch anerkannte Vereinigungen des Natur- und Umweltschutzes können sich äußern.

Die Planungsunterlagen liegen Im Rathaus der Stadt Falkenstein / Harz in Ermsleben, Markt 1, im Bauamt, Zimmer 16, zu den Dienstzeiten aus: montags, mittwochs und donnerstags von 7.30 bis 12 und von 12.30 bis 16 Uhr, dienstags von 7.30 bis 12 und von 12.30 bis 18 Uhr sowie freitags von 7.30 bis 13.30 Uhr.