Quedlinburg: Monatlich Qlawatsch

06.05.2012 17:29 Uhr | Aktualisiert 06.05.2012 20:09 Uhr
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Von Gerd alpermann
Das Programm steht. Am Montag um 19.30 Uhr geht es mit den Veranstaltungen dieser Saison in der Quedlinburger Aegidiikirche los. Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr steht noch einmal die Lesung "Du bist schön, meine Freundin!" auf dem Programm.
Quedlinburg/MZ. 

Das Programm steht. Am Montag um 19.30 Uhr geht es mit den Veranstaltungen dieser Saison in der Quedlinburger Aegidiikirche los. Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr steht noch einmal die Lesung "Du bist schön, meine Freundin!" auf dem Programm, informiert Ulf Koischwitz vom Förderkreis Aegidiikirche. Die Bibel beherbergt wunderbare, erotische Geschichten - Waldi und Hans Jaekel bringen sie zu Gehör. Der Abend wird gemeinsam mit dem Verein Tango Argentino gestaltet. Gleich am Donnerstag, 10. Mai, um 19.30 Uhr geht es weiter mit der Lesung "OpenMic". Ein Mikrofon in der Aegidiikirche lädt dazu ein, eigene Texte oder Autorentexte den Zuhörern nahe zu bringen. Der Abend wird im Rahmen des Bücherfrühlings stattfinden.

Eine Kooperation mit einer Künstlergruppe mit dem Namen Qlawatsch wird den ganzen Sommer über anhalten. Die vier Protagonisten Markus Bölling, Kerstin Dathe, Angelika Mühlbach und Herrmann Gröbe bieten an fünf Wochenenden Programme mit Theater und Lesungen an. Dabei wird es jeweils eine Abendveranstaltung und eine Matinee geben, letztere mit einem Brunch in Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum Reichenstraße. Am 12. Mai steht als erstes um 20 Uhr "Bestie Mensch" auf dem Programm, am 13. Mai um 11 Uhr "Die Wanze". Bis September folgen monatlich weitere Doppel-Veranstaltungen von Qlawatsch. Im Juni gibt es zudem ein Puppenspiel mit Kathrin Thiede aus Potsdam, ehemals Quedlinburg, mit dem Titel "Das Spiel der Dinge" sowie ein Konzert von "Wijks-Vocaal" aus den Niederlanden. Der Chor feiert damit in Quedlinburg sein 35-jähriges Bestehen.

Unterdessen freut sich der Förderkreis über eine Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung über 10 000 Euro. Zwei Vorhaben stehen aktuell neben Arbeiten in der Kirche an. So wurde die kleine Glocke der Aegidiikirche vor wenigen Tagen bereits aus der Stiftskirche zurückgeholt. Dort war sie über Jahre eingelagert worden, nachdem die Aegidiikirche weitgehend leer stand und kaum genutzt wurde. Nun muss sie noch einen neuen Klöppel erhalten, ehe sie wieder in der Glockenstube neben ihrer größeren "Schwester" eingebaut werden kann. Das soll bis spätestens zum Tag des offenen Denkmals im September geschehen sein.

Auch die große Glocke mit dem tiefsten Ton aller Läutwerke in Quedlinburg muss erst wieder gangbar gemacht werden, entweder der Klöppel repariert oder ein neuer eingesetzt werden. Während die kleine Glocke per Knopfdruck fernbedient werden soll, bekommt die kleine "Schwester" nicht nur ein Seil zum Läuten per Hand, sondern eine Tretbohle, wie geschichtlich verbürgt, mit der die Glocke von zwei Personen in Gang gesetzt werden kann. Jeweils Sonnabend kann, wenn die Aegidiikirche ab 15 Uhr geöffnet ist und um 18 Uhr schließt, der Sonntag per Hand fünf Minuten eingeläutet werden.

Und noch etwas steht auf der Agenda des Förderkreises. Eine Orgelbaufirma hat sich das Instrument in der Aegidiikirche angesehen und eine Teilsanierung und Reinigung vorgeschlagen, die eine Bespielbarkeit gewährleistet. Die Kosten belaufen sich dafür auf rund 7 500 Euro. "Die Teilsanierung soll", so hofft Ulf Koischwitz, "ebenfalls bis zum Herbst erfolgt sein." Gehofft wird dabei auch auf Spenden sowie Erlöse bei Konzerten und anderen Veranstaltungen.

Die Orgel selbst stammt aus dem 17. Jahrhundert, die Pfeifen aus dem 19. Jahrhundert. Die weiß-blau-goldene Farbgebung kann aber erst ihre Pracht entfalten, wenn eine umfassende Sanierung möglich ist. Erst dann wird sie wieder so strahlen können, wie einst, als die Kirche bei vielen Quedlinburgern als schönstes Gotteshaus der Stadt galt.