Brigitte Meixner, Ekkehard Nuissl von Rein und Gerlinde Schöpp (v.l.) am Kornmarkt-Brunnen mit dem Konterfei Klopstocks. (FOTO: PRIVAT)
Das soll anders werden, hat sich ein gutes Dutzend Unentwegter vorgenommen. Als gemeinnütziger Klopstock-Verein wollen sie den Wegbereiter der Klassik in seiner Geburtsstadt so populär machen, wie es Lessing in Wolfenbüttel ist - das sich "Lessingstadt" nennt. Die Aufgabe ist so groß wie der Verdienst des Literaten. Dessen Werk erschien selbst seinen Zeitgenossen zuweilen sperrig; der Mann selbst war bei vielen beliebter als seine Verse. Gleichwohl gilt der Quedlinburger als Wegbereiter für eine ganze Dichtergeneration. Goethe, Schiller und die anderen des Sturm und Drang hätten es ohne seine literarische Vorleistung wohl kaum so weit bringen können: "Er war jemand, der den Mut hatte, herauszutreten und etwas Neues zu beginnen", sagt der Bonner Germanist Ekkehard Nuissl von Rein. Ausufernd sei Klopstock gewesen, sprachgewaltig. "Er hat dies aus der Antike in seine Gegenwart übertragen. Das hat auf viele inspirierend gewirkt."
Ein Vortrag über Klopstock hatte den Professor im vergangenen Jahr nach Quedlinburg geführt, nun ist er Vorsitzender des Klopstock-Vereins, der sich gerade in der Welterbestadt gegründet hat. "Nach dem Vortrag ist bei den Zuhörern die Idee für den Verein entstanden", sagt Nuissl, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung in Bonn. "Ohne Initiative aus der Bevölkerung geschieht wenig." 13 Mitglieder hat der Verein derzeit, darunter die ehemalige Leiterin des Quedlinburger Klopstockhauses, Brigitte Meixner, die Chefin der Kreisvolkshochschule Harz, Gerlinde Schöpp, und die Direktorin des Halberstädter Gleimhauses, Ute Pott. Nach der Anerkennung der Gemeinnützigkeit in wenigen Tagen könne der Verein mit viel mehr Mitgliedern rechnen, so Meixner, und die kämen nicht nur aus Quedlinburg. Der Blick ist auch nach Hamburg gerichtet. Dort starb der Dichter 1803 im Alter von 78 Jahren. An der Universität wird sein Nachlass wissenschaftlich aufgearbeitet. "Wir wollen versuchen, mit Hamburg intensiv zusammenzuabreiten und an einem Strang zu ziehen", sagt Nuissl.
Freilich soll auch Klopstocks Vaterstadt selbst mit ins Boot geholt werden, und das schnell: "Wir wollen kein Geld", so Nuissl, "aber wir sind beeindruckt vom Potential und dem Wissen, das die Leute hier in Sachen Klopstock haben." Die Bedeutung ihrer eigenen Stadt wolle man den Leuten nahebringen, betont Gerlinde Schöpp.