Gesellen der Bruderschaft zur Rose haben am Sonnabend zu Beginn des Frühlingsfestes den Maibaum am Mathildenbrunnen aufgestellt. (FOTO: JÜRGEN MEUSEL)
Zum fünften Mal richteten die Zimmerleute der Bruderschaft zur Rose das "Gewächs" auf. Mit sicheren Handgriffen und dem richtigen Werkzeug war diese Prozedur eine Sache von Minuten. Natürlich gab es nach getaner Arbeit und vor dem Dankeschön-Bier den traditionellen Zimmermannsklatsch. Der Beifall dafür fiel spärlich aus. Das lag nicht an der Qualität des Beitrages, sondern an der leider nur geringen Zahl der Zuschauer.
Nur eine Handvoll Menschen hatte im Dauerregen und bei tief hängenden Wolken den Weg zum Festplatz in der historischen Neustadt Quedlinburgs gefunden. Dort hatte die Werbegemeinschaft Historische Neustadt zum Quedlinburger Frühlingsfest eingeladen und jede Menge vorbereitet. Als Anlehnung an die Geschichte des Stadtteils, in dem einst vor allem die Ackerbürger wohnten, sollten vor allem landwirtschaftliche und gärtnerische Produkte präsentiert und verkauft werden.
"Wir haben heute Morgen reihenweise Absagen von Händlern erhalten. Vor allem von jenen, die sich hier mit offenen Ständen präsentieren wollten", erklärte Achim Godau, Chef der Werbegemeinschaft. So fehlten die regionalen Erzeugnisse von Obst und Gemüse, Käse, Fleisch und Wurst oder Blumen. Lediglich die überdachten Verkaufsstände warteten auf Gäste. Am Morgen zeigte sich Godau sehr zuversichtlich. "Wir werden trotz des Regens ein schönes Fest daraus machen und auch am Abend hier tanzen", war er sich sicher. Auch um die Zukunft des Festes ist ihm nicht bange.
Der Maibaum beispielsweise soll und muss noch wachsen. "Wir müssen ihn mindestens einen Meter höher machen, denn wir haben viele Anfragen von Firmen, die ihre Plakette gerne an dem Mast anbringen wollen", sagte Godau. Der Maibaum gehöre mittlerweile fest zum Mathildenbrunnen und werde von Einheimischen und Touristen gleichermaßen oft fotografiert. Damit erfülle er eine wichtige Werbefunktion.
In wenigen Tagen wird sich der Platz samt Maibaum in einem noch schöneren Ambiente zeigen. Dann nämlich soll das Wasser im Brunnen wieder munter plätschern. Zum Frühlingsfest lag das Brunnenrund noch im Winterschlaf und war mit Holzplatten abgedeckt. "Wir hatten ein kleines Problem, doch das Wasser kommt in den nächsten Tagen", versicherte Quedlinburgs Oberbürgermeister Eberhard Brecht zur Eröffnung des Frühlingsfestes. Der Mann machte die Schirmherrenfunktion, in der er auftrat, übrigens recht eindeutig klar: Bei der Eröffnungsrede schützte er sich vor dem Nass von oben. Natürlich mit einem Schirm und freute sich trotz des grau in grau, dass Feste wie das der Werbegemeinschaft Historische Neustadt in der Welterbestadt einen ständigen Platz gefunden haben. Der Regen könne die gute Laune dabei nicht verderben, meinte Oberbürgermeister.