Dorgerloh (FOTO: MZ)
"Ich teile die Bedenken nicht. Ich bin auch ein großer Fan von Klassenfahrten. Sie sind ein ganz wichtiges pädagogisches Mittel", sagte Dorgerloh der MZ. Die Reisen seien etwa nach dem Übergang in eine weiterführende Schule enorm wichtig. "Klassenfahrten sind eine gute Möglichkeit, über den Alltag hinaus Jugendliche zu erleben und miteinander umzugehen." Das sei gut für die Gruppendynamik und den Klassenverband.
Er wolle zwar Geld für die Pauschalen umlenken, wenn die eingeplanten Mittel nicht reichten, so Dorgerloh. Dass Mehrkosten anfallen, sei aber nicht ausgemacht, weil oftmals Freiplätze für Lehrer zur Verfügung stünden. Auslöser der Debatte war ein Gerichtsurteil, das einem Lehrer eine höhere Reisekostenerstattung zubilligte (siehe "Richter kippen Landesregelung").
Jürgen Mannke ist Vorsitzender des Philologenverbandes und Direktor des Goethe-Gymnasiums Weißenfels. Er organisiert seit 20 Jahren Klassenfahrten und bestätigt die Freiplätze. Die meisten Reise-Anbieter gewährten einen Freiplatz für einen Lehrer und ab 40 mitfahrenden Schülern sogar einen zweiten. "Wenn ein Anbieter das nicht macht - wir haben freie Marktwirtschaft: Dann muss man halt einen anderen Anbieter nehmen", sagte Mannke.
Die Klassenfahrten seien extrem wertvoll für Schüler wie Lehrer, so der Praktiker. "Das ist für einen Lehrer zwar 24 Stunden am Tag Stress. Eine Klassenfahrt ist aber ein wertvolles pädagogisches Gut." Nicht nur weil die Schüler dabei andere Kulturen und Länder oder zumindest Regionen kennenlernen. "Sowohl der Lehrer seine Schüler als auch die Schüler gegenseitig lernen sich bei einer Klassenfahrt viel besser kennen", so Mannke.