Sebastian T. (r.), der Stalker einer Studentin, wartet im Landgericht Leipzig neben seinem Verteidiger Ralf Juhnke auf den Prozessbeginn. (FOTO: DPA)
Im Prozess um den Tod einer Studentin in Leipzig hat der Angeklagte die tödlichen Hammerschläge gestanden. Der 28 Jahre alte Ex-Student ließ seinen Anwalt am Montag im Landgericht Leipzig eine knapp zehnminütige Erklärung verlesen. Demnach schlug der Berliner im vergangenen November in einem Studentenwohnheim etwa sechs Mal mit einem Hammer in einem Beutel von vorn auf den Kopf der 25-Jährigen ein. Er sei wütend und ratlos gewesen, weil die junge Frau ihn mehrfach wegen Nachstellungen angezeigt hatte. Er habe sie zur Rede stellen wollen. „Keinesfalls“ habe er die Frau töten wollen. Es tue ihm sehr leid, ließ er mitteilen.
Opfer und Täter hatten sich in dem Wohnheim kennengelernt. Nach Darstellung des 28-Jährigen pflegten sie ein „freundschaftliches Verhältnis“, später auch ein bisschen mehr. Dann jedoch habe die Studentin den Kontakt abgebrochen, angeblich ohne jede Begründung. „Davon war ich völlig überrascht.“ Er habe ihr Briefe und SMS geschrieben. Dass sie ihn anzeigte, habe er nicht verstehen können. „Ich wollte ein klärendes Gespräch führen.“ Er lauerte ihr in dem Wohnheim auf. Den Hammer habe er zufällig im Treppenhaus gefunden und spontan eingesteckt.
Eine Notärztin berichtete, dass der Schädel der 25-Jährigen regelrecht zertrümmert gewesen sei. Mitbewohner hatten das blutüberströmte bewusstlose Opfer im Treppenhaus gefunden und den Notruf gewählt. Die Schädeldecke sei eingedrückt gewesen, der linke Wangenknochen habe untypisch hervorgestanden. Sie habe gleich gesehen, dass diese Verletzungen nicht von einem Treppensturz stammen konnten, sagte die Notärztin. „Mein Eindruck war: Da hat erhebliche Gewalt eingewirkt.“
Nach der Attacke fuhr der ehemalige Chemiestudent zunächst unbehelligt mit dem Zug in seine Heimatstadt Berlin zurück. Dort wurde er wenig später festgenommen. Die 25-Jährige wachte nicht mehr aus dem Koma auf und starb knapp drei Wochen später im Krankenhaus. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.