Mit dem Elberadeltag beginnt die neue Fahrradsaison. (FOTO: DPA)
Mit dem Elberadeltag wird am Sonntag die Fahrradsaison 2012 eingeläutet. Es gibt zahlreiche Radtouren, aber auch die Möglichkeit, sein Fahrrad checken zu lassen, wie ein Sprecher der Koordinierungsstelle Elberadweg Mitte der dpa sagte. Vor dem Hintergrund hoher Unfallzahlen mahnt der Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen-Anhalt, David Tucker: „Das Wichtigste im Straßenverkehr ist die gegenseitige Rücksichtnahme.“ Ein Autofahrer sei oft auch Radfahrer und wisse um die Risiken beim Zweiradfahren. Er riet Radfahrern, einen Helm zu tragen.
Während in Sachsen-Anhalt die Zahl aller Verkehrsunfälle zwischen 2010 und 2011 um 9 Prozent sank, stieg die Zahl der Unfälle mit Radfahrern 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent - auf rund 3200, wie das Verkehrsministerium mitteilte. Die Dunkelziffer werde noch höher geschätzt.
Mehr Sicherheit versprechen Radwege. „Doch es gibt viel zu tun“, sagte Tucker. Im Norden des Landes seien wegen aktiver Bürgerinitiativen die Strecken für Radfahrer gut ausgebaut - vor allem zwischen den Ortschaften. Im Süden hingegen gebe es viele Lücken. „Es ist fast unmöglich von Halle ins Umland wie dem Süßen See zu kommen“, ärgerte sich der ADFC-Vertreter.
Entlang der Bundesstraßen verlaufen in Sachsen-Anhalt nach Angaben des Verkehrsministeriums etwa 750 Kilometer Radwege. An den Landstraßen beträgt die Strecke rund 325 Kilometer, an den Kreisstraßen schätzungsweise 290 Kilometer. Der Bau der Wege entlang der Bundes- sowie Landesstraßen hat seit 2002 jedoch fast stetig abgenommen. Wurden nach Angaben des Verkehrsministeriums 2002 noch rund 58 Kilometer Radwege neu errichtet, waren es 2011 nur noch 30 Kilometer. Im kommenden Jahr sollen 25 Kilometer neu entstehen.
Tucker sagte, Radwege fehlten an einigen Stellen deshalb, weil das Land Zählungen angeordnet habe, die keinen weiteren Bedarf ergeben. „Es ist logisch, dass auf den Landstraßen keine Fahrradfahrer gezählt werden, wenn dort keine Möglichkeiten zum Radfahren bestehen“, erklärte Tucker. Touristische Routen seien hingegen landesweit gut ausgebaut.
Für mehr Aufklärung und den Ausbau der Wege soll der vom Landeskabinett 2010 verabschiedete Landesradverkehrsplan sorgen. Im Zuge des Abkommens wird unter anderem verstärkt auf die Aufklärung an Schulen gesetzt. Dazu gehöre nach Angaben des Verkehrsministeriums auch der Fahrradführerschein für Kinder. Diese und weitere Maßnahmen würden jährlich mit insgesamt 10 000 Euro von Kultus- und Verkehrsministerium bezuschusst.