Gerd Meilke kann die Streichung von Zuschüssen für Erfinder nicht verstehen. (FOTO: ARCHIV)
Die Nachricht aus Magdeburg löst im kleinen Saalekreis-Dorf Krumpa geradezu Empörung aus.
Gerd Meilke, ein im Ort beheimateter erfolgreicher Forscher, warnt: "Damit verbaut sich Sachsen-Anhalt, wenn es um Erfindungen geht, seine Zukunft und bleibt auf einem Abstiegsplatz." Nach Angaben des Unternehmers würden zehn Prozent der deutschen Patente von meist finanzschwachen Einzelpersonen eingereicht. Dabei sei der Aufwand immens, bis Patente erteilt werden. In seinem Falle summiere sich das bisher auf mehrere Zehntausend Euro. "Da ist wirklich jede Hilfe willkommen."
Der 58-Jährige gilt als der Hexenmeister vom Geiseltalsee. Immerhin stammt von ihm ein Sud aus Brennnesseln, der Autolack zum Glänzen bringt. Und damit ist die Köchelei noch lange nicht am Ende. So gibt es ein Meilke-Rezept, wonach Pflanzenkraft den Regen von Fassaden abperlen lässt und gleich noch Energie spart. Schließlich fällt in seinem Laboratorium sogar noch ein farbloser Anstrich ab, der Holz wie eine Baumrinde schützt. Der Kundenstamm wächst, auch die Industrie zeigt sich interessiert.
Inzwischen gehört Meilke zwar zu der kleinen Schar von Privatleuten in Sachsen-Anhalt, die über weltweit geschützte Patente verfügen und auch gut davon leben können. "Doch der Weg bis dahin war alles andere als einfach. " Im Rückblick komme es ihm fast so vor, als ob nicht die lange Zeit des Studierens und Probierens das größte Problem für Erfinder sei. "Sieben Jahre vergingen, ehe mein erstes Patent geprüft und weltweit geschützt war." Sieben Schritte listet der gelernte Fensterbauer und Glaser auf. Die erste Frage, die sich der Anfänger stellte, war so schlicht wie kompliziert: Was ist eigentlich ein Patent?
Erst dann begann die eigentliche Mühe, die aufwendige Recherche. "Man braucht die Gewissheit, dass es die Erfindung nicht schon irgendwo gibt." Erst an dritter Stelle rangierte die formelle Anmeldung beim Patentamt in München für 1 500 Euro. Punkt vier: Ohne Patentschrift kein Patent. Es gelten harte Bedingungen. Die Beschreibung des Produktes war eine von vielen Herausforderungen. "Mir kam es wie eine Doktorarbeit vor."
Dann folgte die Offenlegung seiner über 100-seitigen Dokumentation in Fachdatenbanken. Zwei Jahre lang hatte Meilke zu bangen, ob Einsprüche angemeldet werden. Um dann aber internationalen Patentschutz zu erlangen, mussten noch diverse Übersetzungen angefertigt werden. Erst dann flatterte die erste begehrte Urkunde ins Haus des Erfinders.