Sachsen-Anhalt: Pendlerstrom ist erneut angeschwollen

11.05.2012 15:07 Uhr | Aktualisiert 11.05.2012 19:50 Uhr
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Berufspendler auf dem Weg zur Arbeit

Ein Berufspendler auf dem Weg zur Arbeit. (SYMBOLFOTO: DPA)

Von ECKHARD JÄCKEL
Aus Sachsen-Anhalt pendeln mehr als doppelt so viele Arbeitnehmer zu einer Tätigkeit in andere Bundesländer, wie umgekehrt Einwohner anderer Länder nach Sachsen-Anhalt kommen.
Halle (Saale)/MZ. 

136 600 Männer und Frauen zog es im vergangenen Jahr als Berufspendler in ein anderes Bundesland. Das waren 1 100 mehr als im Jahr zuvor. Damit verdiente jeder sechste sozialversicherungspflichtig beschäftigte Sachsen-Anhalter sein Geld andernorts. Umgekehrt kamen 59 000 Männer und Frauen zur Arbeit ins Land. Das waren 2 300 mehr als 2010. Darüber informierte am Freitag die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt / Thüringen der Bundesagentur für Arbeit in Halle.

56 Prozent der Auspendler arbeiteten demnach in den alten Bundesländern. Allein nach Niedersachsen mit seiner starken Automobilproduktion zog es 41 900 Berufstätige. Aber: An zweiter Stelle der Pendlerziele steht Sachsen. Dort arbeiteten im vergangenen Jahr 30 000 Sachsen-Anhalter. Die beliebtesten Arbeitsorte außerhalb Sachsen-Anhalts waren Leipzig und Umgebung, Wolfsburg, Berlin und die Region Hannover.

Unter den Einpendlern kamen die meisten aus den benachbarten Bundesländern (77 Prozent), darunter 21 400 aus Sachsen, 9 300 aus Thüringen und rund 8 000 aus Brandenburg. Aus Westdeutschland pendelten 14 000 Menschen nach Sachsen-Anhalt.

Der Pendlersaldo, die Differenz zwischen Ein- und Auspendlern, lag in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr bei minus 77 600, ein Jahr vorher bei 78 800. In den Regionen kam einzig der Bezirk der Arbeitsagentur Halle mit einem Plus von 4 800 Menschen auf einen positiven Saldo. Das größte Minus verbucht der Agenturbezirk Stendal mit 15 600 Menschen.

Unter den Auspendlern dominieren nach wie vor Berufe des verarbeitenden Gewerbes, aus dem Bau, dem Handel und der Transport- und Logistikbranche. 74 200 der Pendler gehören diesen Berufsgruppen an. "Die Auspendler sind überwiegend Fachkräfte, die die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt gegenwärtig und perspektivisch immer stärker brauchen wird", sagte der Chef der Regionaldirektion, Kay Senius.