Sachsen-Anhalt: Regierung sorgt sich um Leerstand von Kleingärten

26.04.2012 16:16 Uhr | Aktualisiert 26.04.2012 16:47 Uhr
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Kleingarten

Für die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat das Kleingartenwesen einen besonderen Stellenwert. (ARCHIVFOTO: DPA)

Die Landesregierung sorgt sich um den wachsenden Leerstand von Kleingartenparzellen. Gründe dafür seien mit der demografischen Entwicklung die Überalterung von Kleingärtnern, aber auch eine Ost-West-Angleichung im Freizeitverhalten.
Magdeburg/dapd. 

Die Landesregierung sorgt sich um den wachsenden Leerstand von Kleingartenparzellen. Gründe dafür seien mit der demografischen Entwicklung die Überalterung von Kleingärtnern, aber auch eine Ost-West-Angleichung im Freizeitverhalten, sagte Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) am Donnerstag im Landtag in Magdeburg.

In Sachsen-Anhalt gibt es den Angaben zufolge je 1.000 Einwohner 46 Kleingärten. In Niedersachsen seien es nur 0,4 Gärten je 1.000 Einwohner. Die Entwicklung dürfe nicht sich selbst überlassen werden, sagte Aeikens. Kleingärten hätten in Sachsen-Anhalt wie bundesweit eine über hundertjährige Tradition.

Für die Landesregierung habe das Kleingartenwesen einen besonderen Stellenwert, betonte Aeikens. Es diene städtebaulichen, ökologischen und sozialen Anliegen. Der Minister verwies auf eine bereits eingerichtete Arbeitsgruppe, die die Probleme erörtere, sowie auf bestehende Fördermöglichkeiten.

Über bestimmte Programme seien bislang drei Kleingartenanlagen rückgebaut oder umgenutzt worden. Über eine stärkere Inanspruchnahme der Programme würde er sich freuen, fügte der Minister hinzu. Zudem setze die Regierung auf eine Zusammenarbeit der Verbände mit den Kommunen. Nachgedacht werden könne über finanzielle Entlastungen bei besonders vom Leerstand betroffenen Anlagen.

Hans-Jörg Krause von der Linksfraktion sagte, das Leben mit Kleingärten sei insbesondere in den neuen Bundesländern historisch gewachsen. Kleingärten seien meistens nicht mehr wegzudenken. Probleme entstünden jedoch mit dem wachsenden Altersdurchschnitt und schrumpfender Bevölkerung. Bei den Problemen des Kleingartenwesens sei daher Hilfe von politischer Seite nötig, sagte der Politiker.

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Dorothea Frederking von der Grünen-Fraktion hob hervor, dass die Gärten mit ihrer kleinteiligen Struktur zur Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt beitragen würden. Zudem hätten sie einen hohen gesellschaftlichen Nutzen. Kleingärten müssten noch attraktiver werden. Angesichts des demografischen Wandels müsse aber auch über Rückbau nachgedacht werden, sagte Frederking. Nach ihren Angaben stehen allein Magdeburg 3.000 Kleingärten leer.