Die Arbeitslosenquote betrug im Juli wie im Vormonat 11,1 Prozent. „Der Trend der letzten Monate bestätigt sich. Der Arbeitsmarkt hält ein gutes Niveau, die Dynamik des letzten Jahres ist aber vorüber“, erklärte der Geschäftsführer der Landesarbeitsagentur, Lutz Mania, die aktuellen Daten.
Nach Ansicht von Arbeitsmarktexperten ist die Situation während der Urlaubszeit nicht ungewöhnlich, die Verunsicherung um die Zukunft des Euro wird aber als weitere Ursache für dieses Entwicklung gesehen. „Die Arbeitgeber würden ihre Fachkräfte halten, umfassende Neueinstellungen sind aber nicht in Sicht“, sagte Mania.
Freie Stellen: Im Juli wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern 4 300 offene Stellen gemeldet, das waren 400 weniger als im Juni und 800 weniger als im Vorjahr. Knapp 30 Prozent der neuen Stellen entfallen auf die Industrie. Aktuell sind den Angaben zufolge 11 400 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagenturen.
Jugendarbeitslosigkeit: Mit dem Ende des Schul- und Ausbildungsjahres ist allerdings die Arbeitslosigkeit junger Menschen gestiegen. Im Juli hatten 12 000 Männer und Frauen unter 25 Jahren keinen Job, das waren 1 000 mehr als im Juni, aber 1 900 weniger als im Vorjahr. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 10,6 Prozent. Regional gesehen hatte der Landkreise Mansfeld-Südharz im Juli mit 13,6 Prozent die höchste Arbeitslosigkeit im Land, der Landkreis Börde mit acht Prozent die niedrigste.
Langzeitarbeitslosigkeit: Die Zahl der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger, die länger als ein Jahr arbeitslos sind, sank um 1,3 Prozent auf 40 800, ist aber im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent gestiegen. Insgesamt gibt es im Land 223 500 Hartz-IV-Empfänger.
Bundesentwicklung: Deutschlandweit ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 67 000 auf rund 2,88 Millionen gestiegen. Das waren dennoch 63 000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg leicht um 0,2 Punkte auf 6,8 Prozent. Damit liegt sie unter dem Vorjahresniveau.