Die siebenjährige Marie versucht ihr Glück. (FOTO: MZ)
Was ein SOS-Kinderdorf ist, wissen Cassie, Nico und Marvin genau. Ein wenig verhalten, aber dennoch aufgeweckt erzählten die Steppkes der Kindertagesstätte "Parkwichtel" in Beesenlaublingen, wie Kinder in einem solchen Dorf leben.
"Alle hatten die gleiche Kleidung", sagte die fünfjährige Cassie. Und Schulranzen. Der sechsjährige Marvin konnte sich noch erinnern, dass die Mädchen und Jungen Strohpuppen gebastelt hatten. Nico merkte sich, warum Gleichaltrige überhaupt in einem SOS-Kinderdorf leben. "Die Kinder hatten keine Eltern mehr", sagte der Siebenjährige.
Kita-Leiterin Astrid Pekrul war überrascht, an welche Einzelheiten sich ihre Schützlinge noch erinnern konnten. In einem SOS-Kinderdorf zu Gast waren die Kinder freilich nicht. Sie haben sich aber einen Film angesehen. Und das aus besonderem Grund: Seit nunmehr zehn Jahren befindet sich die Kita "Parkwichtel" in Trägerschaft von SOS-Kinderdorf. Ebenso wie der Hort in Beesenlaublingen. Grund genug, ein zünftiges Fest zu feiern. Am Freitag war es soweit.
"Wir arbeiten sehr eng zusammen", sagte Hort-Leiterin Bärbel Pabst über die Kooperation mit der Kita. Das Jubiläum gemeinsam zu begehen, sei deshalb selbstverständlich. Auf der Grünanlage hinter dem Gebäude, in dem Kita und Hort untergebracht sind, standen Hüpfburg und Trampolin. Die Kinder konnten sich schminken lassen. Es gab einen Bastelstand und lustige Spiele.
Das Familienfest bildete den Abschluss einer Festwoche, die anlässlich des Jubiläums in Kita und Hort begangen wurde. So haben die Schützlinge von Astrid Pekrul und Bärbel Pabst unter anderem gelernt, wie Kinder in anderen Ländern leben und warum es SOS-Kinderdörfer gibt.
Mit einer Erzieherin und einer weiteren Begleitperson hatten zwölf Hortkinder das SOS-Kinderdorf in Zwickau besucht. Die Fahrt war bereits Mitte Mai. Der Ausflug hat Svenja beeindruckt. "Ich finde es gut, dass es das SOS-Kinderdorf gibt", sagte die Neunjährige am Freitag. Schließlich würden dort Kinder leben, die von ihren Eltern nicht mehr versorgt werden können.
Eine Situation, von der die Kinder in Beesenlaublingen weit entfernt sind. Von ihren Eltern bekommen die Mädchen und Jungen eine liebevoll gepackte Brotbüchse mit in die Kita. Oder eben auch in die Schule. Was sich in den Behältnissen befindet, stimmt As-trid Pekrul nicht immer glücklich. Manchmal würde der Süßigkeiten-Anteil laut Kita-Leiterin überwiegen. Die meisten Eltern würden aber auf eine gesunde Ernährung ihrer Kinder achten.
So wie Marika Groß. Im Namen der Kita hat sich die Elternratsvorsitzende an der Initiative "Gesundes Pausenbrot" der irischen Buttermarke Kerrygold beteiligt. Anfang Mai hatte sich die Mutter eines fünfjährigen Jungen um einen Gutschein beworben. Von dem Geld sollten Lebensmittel für ein gesundes Frühstück in der Kita gekauft werden.
Die "Parkwichtel" haben den Zuschlag erhalten. Pausenbrote und Fruchtspieße haben die Kinder mit den Erziehern vorbereitet und genüsslich verputzt.