Die Mannschaft «Meatballs» sicherte sich den 1. Platz beim Kutterrudern in Bernburg. (FOTO: ENGELBERT PÜLICHER)
Nein, sie haben sich vor dem Kutterrudern nicht ausschließlich von Fleischbällchen ernährt, versichern Christian Stephan und Christian Hildebrand. Obwohl der Name des Siegerteams "Meatballs" (englisch für Fleischbällchen) dies vermuten lässt. Auch sonst konnten sie kein spezielles Rezept für die Wiederholung ihres Triumphs aus dem Vorjahr nennen. "Wir haben es einfach drauf", sagte der 22 Jahre alte Christian Stephan aus Alsleben.
Schon nach der Hälfte des Wettbewerbs des Bernburger Maritimen Clubs, bei dem die zehnköpfigen Amateurmannschaften 750 Meter auf der Saale zurücklegen mussten, gaben sich die Titelverteidiger siegesgewiss. "Wir werden wieder gewinnen", waren sich Christian Stephan und Christian Hildebrand sicher, als sie die Ergebnisliste überflogen. Sie hatten eine Zeit von 3:54 Minuten vorgelegt - und mussten doch bis zum Ende zittern. Mit "Kampfstern Galaktika" und der "Ruderkraft Großbrembach" blieben zwei weitere Mannschaften unter vier Minuten. Doch es reichte eben nicht ganz für die Spitze.
Auch bei den Frauen gewannen mit "Andy's first Ladies" die Titelverteidigerinnen. Die Frauen ließen in ihrem Rennen mit einer Zeit von 4:23 Minuten die Männer von "Langer Augustin" deutlich hinter sich (4:51 Min.). In der Mixed-Konkurrenz belegte der "Elferkasten" (4:04 Min.) den ersten Platz. Für den Vorjahressieger "Götter des Wassers" reichte es diesmal nur zu Platz drei.
Nicht ganz so erfolgreich verlief der Start für die Rot-Kreuz-Vampire. Mit dem Namen wollte das Team, das erstmals in dieser Besetzung teilnahm, auf die nächste Blutspende-Aktion am 30. Juni in der Sekundarschule Talstadt aufmerksam machen. "Wir wollen natürlich vor allem Spaß haben", meinte "Vampir" Ronny Beier. Dann fügte er aber hinzu: "Wenn wir erstmal auf dem Wasser sind, wird's bitterer Ernst." Es blieb bei der Ankündigung. Mit 4:33 Minuten reichte es aber nur zu einem Platz im hinteren Mittelfeld.
Schon Tradition ist die Teilnahme am Rennen für das Team des Vereins Kids. Für ganz nach vorn hat es zwar noch nie gereicht, aber das sei auch nicht so wichtig, sagt Anja Ziegler. "Es geht uns vor allem um den Spaß." Das schwierigste, sagt die junge Frau, sei im gleichen Takt mit allen anderen im Kutter zu rudern.
Auch für Uwe Käthner stand das Vergnügen an erster Stelle. Er ruderte im Boot der Linken mit. "Wir waren hier auch schon mal Letzter", sagte er und in diesem Jahr landeten die Linken wieder ziemlich weit hinten - nur zwei andere Teams reihten sich hinter ihnen ein. Für alle Akteure indes stand eines fest: Das Kutterrudern war auch in der 14. Auflage ein Ereignis. Die Platzierung spielte bei den meisten ein untergeordnete Rolle.
Spaß, sagt Marian Haft, solle im sportlichen Wettkampf in der Tat im Vordergrund stehen. Immerhin kamen 66 Mannschaften und nur wenige sagten ab. Darunter auch die drei Bremer Teams. So bleiben die Ostbundesländer unter sich. "Die Bremer haben aber Späher entsandt. Vielleicht klappt es ja doch, dass sie mal mitmachen", sagt der 2. Vorsitzende des Vereins. Auch Wolfgang Fricke, Vorsitzender des Clubs, zeigt sich mit der Teilnehmerzahl und der Zuschauerresonz zufrieden. "Das Kutterrudern hat sich zu einem kleinen Volksfest entwickelt." Die Teilnehmerzahl ist übrigens begrenzt. Zeiten, in denen knapp 90 Teams an den Start gingen, gab es zwar auch schon. Doch sei das organisatorisch kaum zu bewältigen.
Schließlich wollen Veranstalter und Teilnehmer auch noch feiern. Und das konnten sie dann auch am Abend auf dem Vereinsgelände. Mit der Zwei-Mann-Band "Querbeat" gelang das ausgezeichnet. Die Zwei spielten Titel von City, CCR und den Ärtzen - eine gute Mischung, die zur Stimmung passte. Vor der Bühne wurde getanzt und gehüpft: Vor, während und nach dem Fußballspiel der Deutschen.