Metalldiebe haben in einem Windpark in Giersleben einen Kurzschluss verursacht. (ARCHIVFOTO: DPA)
Einen ganzen Windpark legten Metalldiebe lahm, die in der Nacht zum Freitag bei Giersleben in ein Trafohäuschen eingebrochen waren. "Vermutlich hatten es die Diebe auf die im Trafohäuschen befindlichen Kupferspulen abgesehen, die auf dem Schrottmarkt einen nicht unerheblichen Wert erzielen würden", glaubt der Leitende Einsatzbeamte vom Dienst, Steve Szegedi, Polizeioberkommissar im Polizeirevier Salzlandkreis.
"Der Windpark liegt mitten in der Feldflur - zwischen Winningen und Hecklingen", macht sein Kollege, Polizeikommissar Thomas Meyer vom Ascherslebener Revierkommissariat, den Tatort fest. Dort hatten Diebe versucht, in ein Windrad zu gelangen, und auch die Tür eines Trafohäuschens - die sind immer für drei Windräder zuständig - aufgebrochen.
"Die Anlage muss man erden, damit man keine gewischt bekommt, das haben die Täter wohl auch versucht und einen Kurzschluss fabriziert", erzählt der Polizeikommissar und weiß: "Wenn es einen Kurzschluss gibt, werden gleich alle Windräder abgeschaltet." Im Gierslebener Windpark gibt es davon immerhin 16.
Die Fachfirma, die durch die ausgelöste Havariemeldung nach dem Rechten sah, hatte den Einbruch dann auch entdeckt. "Die Stadtwerke stellten zudem in der Nacht Schwankungen im System fest", informiert Thomas Meyer weiter und vermutet, dass das auch der Tatzeitpunkt war.
Inzwischen sind die Anlagen wieder gesichert. Ausfälle bei der Stromversorgung von Anwohnern gab es nicht, wohl aber bei der Einspeisung in das Stromnetz. Zudem müsse, so Meyer, der Trafo ausgewechselt werden.
"Es entstand", bestätigt Polizeioberkommissar Steve Szegedi, "erheblicher Sachschaden, dessen Höhe jedoch bis zum jetzigen Zeitpunkt noch aussteht."