Salzlandkreis: Todesfahrt vor Grundschule

23.06.2012 17:56 Uhr | Aktualisiert 28.02.2013 15:24 Uhr
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Die Polizei ist im Einsatz

Die Polizei muss neben dem Unfallhergang auch die Identität des Toten klären. (FOTO: MZ)

Von Susanne Thon
Bei einem schweren Verkehrsunfall im Kreuzungsbereich Pfeilergraben / Walkmühlenweg in Aschersleben ist am Sonnabendnachmittag ein 28 Jahre alter Motorradfahrer aus Biesenrode (Kreis Mansfeld-Südharz) ums Leben gekommen.
Biesenrode/MZ. 

Als stiller Zeuge des Geschehenen steht er noch auf dem Grünstreifen, der grau-schwarze Motorradhelm. Die Schale ist gerissen. Das Krad liegt auf dem Gehweg gegenüber, völlig demoliert wie der Ford Fiesta. Ein unabhängiger Sachverständiger agiert zwischen den Trümmerteilen, rekonstruiert den Unfallhergang. Bei einem schweren Verkehrsunfall im Kreuzungsbereich Pfeilergraben / Walkmühlenweg in Aschersleben ist am Sonnabendnachmittag ein 28 Jahre alter Motorradfahrer aus Biesenrode (Kreis Mansfeld-Südharz) ums Leben gekommen. Der Fahrer des Kleinwagens, ein 79-jähriger Ascherslebener, erlitt einen Schock und kam ins Krankenhaus.

Horrorszenen waren es, die sich gegen 14.30 Uhr abspielten. Der Kradfahrer raste - aus der Worth- straße kommend - durch den Pfeilergraben. Der Ford-Fahrer, der aus der Sackgasse an der Grundschule kam und in Richtung Worthstraße nach links abbiegen wollte - bemerkte ihn zu spät und nahm ihm an der ohnehin schon schlecht einsehbaren Stelle die Vorfahrt. Frontal krachten beide Fahrzeuge ineinander. "Der Motorradfahrer wurde 18 Meter weit über den Pkw gegen eine Hauswand geschleudert", sagte Polizeihauptkommissar Wolfgang Boinski, "er starb noch an der Unfallstelle." Genickbruch? "Zu vermuten", so der Leitende Einsatzbeamte vom Dienst.

"Ich konnte nur noch im Rückspiegel sehen, wie der Motorradfahrer auf die Gegenfahrbahn fuhr und gegen den Pkw knallte", so ein Ersthelfer, dem der später Verunglückte "mit mindestens 150 Kilometer pro Stunde" entgegengekommen sein soll. Boinski bestätigte, dass der Kradfahrer "mittig gefahren" und zudem mit "stark überhöhter Geschwindigkeit" unterwegs gewesen sei. Wie schnell er war, ließ sich am Sonntag jedoch noch nicht sagen. "Bremsspuren waren nicht zu finden", so der Beamte.

Stunden dauerte es nicht nur, den genauen Unfallhergang zu ermitteln, sondern auch die Identität des Toten zu klären. "Er trug keine Papiere bei sich", erklärte Boinski. Und weder Fahrzeug, weil getunt bis zur Unkenntlichkeit, noch das falsche Kennzeichen erlaubten Rückschlüsse auf seine Person. "Da war einfach alles zusammengebastelt", sagte er. Als "sehr günstig" für die Identifizierung habe sich letztlich die zeitnahe Veröffentlichung der Erstinformationen im Internet erwiesen. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. So wurden auch die Eltern des verunglückten Motorradfahrers auf den Unfall in Aschersleben aufmerksam. "Sie haben sich daraufhin bei uns gemeldet", so der Polizeihauptkommissar. Der Pfeilergraben war bis 18 Uhr gesperrt.