Sangerhausen: Ausstellung bietet gewolltes Durcheinander

16.07.2012 20:23 Uhr | Aktualisiert 16.07.2012 20:41 Uhr
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Von Helga koch
Dem Sangerhäuser Europa-Rosarium ist ein Glücksgriff gelungen: Mit Anna Alert, Jahrgang 1990, stellt die bisher jüngste Künstlerin ihre Werke im Rosengarten aus.
Sangerhausen/MZ. 

Sie hat seit 2002 in Sangerhausen gelebt und hier ihren künstlerischen Weg einzuschlagen begonnen. Zur Vernissage platzte die Ausstellungshalle aus allen Nähten, und es gab viele Glückwünsche für die Künstlerin. Sie wird im kommenden Monat selbst in ihrer Ausstellung anwesend sein.

Ihr wichtigstes Bild, sagt Anna Alert, 1990 in Kasachstan geboren, hat sie "Fensterfiasko" genannt. Es ist mit Acryl auf Pappe gemalt. Welche Gefühle das Gesicht widerspiegelt, mag jeder Betrachter für sich selbst ausmachen - Angst, Staunen, Erschrecken, Überraschung. "Sie hat diese Stimmung sehr gut getroffen. Das Bild erinnert mich an meinen kleinen Neffen, der zum ersten Mal einen Balkon gesehen hat und genauso an der Glasscheibe stand", sagt Vera, eine Bekannte der Künstlerin. Kalte Bilder hängen neben warmen, Kohlezeichnungen neben Acrylarbeiten. Insgesamt 36 Werke. Alert: "Ich habe die Ausstellung nicht langweilig gegliedert und die Bilder durcheinander aufgehängt."

Ihr großes Vorbild, erzählt sie, sei Salvador Dali. Sie habe sich viel mit ihm beschäftigt. Er stelle ebenfalls Gefühle sehr intensiv dar. "Vielleicht habe ich das unbewusst übernommen." Noch vor ein paar Jahren habe sie sich vor allem auf Porträts konzentriert. "Ich habe als Teenager angefangen zu malen, zuerst hauptsächlich Porträts, aber das wurde mir dann zu langweilig." Dass sie talentiert sei, eine künstlerische Ausbildung zu absolvieren, fand man wohl auch am Geschwister-Scholl-Gymnasium. "Der Schulleiter, Herr Peter, hat mir damals den Tipp gegeben, mich am Burg-Gymnasium in Wettin zu bewerben, und es hat geklappt." Sie habe die Chance bekommen, und die habe sie genutzt. Natürlich wählte sie Kunst als Leistungskurs, konzentrierte sich dabei aber vor allem auf die Theorie. "Technisch wollte ich mich selbst weiterentwickeln."

Inzwischen wohnt Anna Alert in Berlin-Spandau, wo sie die Ruhe liebt - und den einzigartigen Weihnachtsmarkt. Sie studiert an der Humboldt-Universität Russisch, Kunst- und Bildgeschichte, liest die russischen Klassiker im Original. Nächstes Jahr will sie ihren Bachelor, danach noch den Abschluss als Master ablegen.

Mit ihrer Ausbildung könnte sie also später als Lehrerin arbeiten. Was sie sich aber nicht vorstellen kann, denn "ich will so mit Leuten umgehen, wie ich mich selbst entwickelt habe." Auf alle Fälle will sie weiter malen. Und ausstellen. Die nächste Ausstellung im März 2013 ist schon fest geplant: in der Spandauer Stadtbibliothek.