Jürgen Richter, Bürgermeister von Allstedt: «Die Frist muss deutlich unterschritten werden.» (FOTO: MZ)
Die Allstedter Ortsbürgermeister und Stadtoberhaupt Jürgen Richter (CDU) machen Druck: Sie fordern, dass die Bürger aus dem Raum Allstedt so schnell wie möglich mit Trinkwasser versorgt werden, das kein giftiges Uran mehr enthält. Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hat Richter einen offenen Brief an die Geschäftsführung des Trinkwasserzweckverbandes (TZV) Südharz übergeben. Der Allstedter Bürgermeister gehört selbst der Verbandsversammlung an.
Hintergrund des Schreibens ist, dass seit Jahren erhöhte Uranwerte im Raum Allstedt gemessen wurden. Zuletzt waren es im Versorgungsgebiet Allstedt 11,67, in Emseloh 12,67 und in Winkel 11,79 Mikrogramm je Liter. Mehr also, als es das Gesetz seit dem 1. November 2011 mit dem Grenzwert von zehn Mikrogramm je Liter erlaubt. Dennoch hat das Gesundheitsamt des Landkreises Mansfeld-Südharz eine so genannte Duldungsverfügung erlassen, wonach im Raum Allstedt bis zum 5. Oktober 2014 eine Konzentration von maximal 20 Mikrogramm je Liter zulässig ist. Einzig Säuglinge bis zu einem Jahr dürfen dort kein Brunnenwasser mehr bekommen. Denn das Schwermetall gefährdet durch seine chemisch-toxische Wirkung besonders die Nieren.
Doch bis Oktober 2014 wollen sich die Allstedter nicht mehr gedulden - viel zu groß sind die Unsicherheit und Ängste der Bevölkerung. Deshalb fordern sie, mit dem TZV alles daran zu setzen, den Bürgern in den Ortschaften schnellstmöglich ein qualitativ entsprechendes Trinkwasser zu liefern. "Die Duldungsverfügung zur Abweichung von Uran-Grenzwerten für 20 Mikrogramm je Liter bis zum 5. Oktober 2014 muss deutlich unterschritten werden."
Dabei seien sich die Allstedter Kommunalpolitiker durchaus bewusst, dass das Problem schwierig und nicht über Nacht zu lösen sei. Ernst Hofmann, der ehrenamtliche Geschäftsführer des Verbandes, kann die Allstedter verstehen: "Da rennt ihr bei uns offene Türen ein. Wenn man den zeitlichen Rahmen verkürzen kann, wollen wir das gerne tun." Die Fernwasserleitung von Mittelhausen nach Winkel ist bereits im Bau, das Leitungsnetz und die Hausanschlüsse in Winkel werden zum Einspeisen von Fernwasser vorbereitet. In Emseloh wird am Leitungsnetz gebaut, um das Dorf künftig mit Bachwasser aus Blankenheim zu versorgen. Der Allstedter Hochbehälter wird saniert. Alles wie geplant, versichert Hofmann. Einen Seitenhieb auf die Medien kann er sich nicht verkneifen; sie hätten "ausführlich und nicht immer fachgerecht informiert".