Eine spannende Nacht der Medizin in der Helios Klinik Sangerhausen. (FOTO: STEFFI ROHLAND)
Freilich ist Joey Kelly, Spross der berühmten "Kelly Family", größere Arenen gewöhnt. Aber wie man in seinem Rückblick sah, gab es auch schon wesentlich weniger und schon gar nicht immer so ein interessiertes Publikum. Freudestrahlend nahm das Publikum die Erinnerung des Stargastes auf, als er vom Kelly-Konzert am Staussee Kelbra berichtete, bei dem auch tatsächlich einige der Anwesenden dabei waren.
Man ging gern mit auf die Reise in die Vergangenheit, als der ehrgeizige Joey gemeinsam mit Vater und Geschwistern zunächst noch als Straßenmusikant und dann auf großen Bühnen stand. Schwerpunkt seines humorvollen Vortrages war aber der heutige Joey Kelly, der als Extremsportler im Rampenlicht steht. Staunend und begeistert folgten sie seinem Weg vom Triathlon zum Ultratriathlon, zu den Ironmans, durch Sand- und Schneewüsten, bis hin zur Wok-WM. Natürlich durfte auch der Wettlauf zum Südpol nicht fehlen, den ein deutsches Team im vergangenen Jahr gegen ein österreichischen Team zwar zeitlich um einen Tag verloren hatte, aber trotzdem moralischer Sieger war. "Wir kamen als Mannschaft an", sagte Joey Kelly stolz, der Teamarbeit von Kindheit an gewöhnt war. Trotzdem zieht er Ein-Mann-Projekte, wie die Durchquerung Deutschlands von Wilhelmshaven bis zur Zugspitze, durch. Als wäre die Strecke allein noch nicht genug, gab es nur Essen, was er am Straßenrand oder - frisch überfahren - auf der Straße fand.
Seine Erfahrungen auf dem 875 Kilometer langen Weg hat er bereits drucken lassen. Die Bücher und die kostenlos dazu gegebenen CDs der Kelly-Family fanden reißend Absatz, weil jeder sie natürlich signieren lassen wollte. Geduldig schrieb Joey Kelly seinen Namen, ließ sich mit Fans fotografieren, beantwortete Fragen. Sein Motto: "Ich arbeite und lebe nicht ohne Ziele", kam bei den Jüngeren und Älteren im Publikum gleich gut an. Ebenso seine Tipps, sich körperlich fit zu halten, ohne Extremsportler zu werden.
Jens Claus aus Hohlstedt drückte ihm die Hand und sagte: "Ich möchte nur Dankeschön sagen. Für mich war es ein Anstoß." Auch Vanessa Böhme (15), Annalena Schmidt (14) und Tessa Gentsch (15) fanden den Vortrag "Total genial". Sie bewunderten Willensstärke, Disziplin, Durchhaltevermögen und den Optimismus von Joey Kelly. "Ich bin froh, hier gewesen zu sein", sagte Vanessa Böhme. Joey Kelly war offensichtlich sehr angetan vom Auftritt des Chors des Geschwister-Scholl-Gymnasiums unter der Leitung von Jürgen Marx. "Der Chor war genial", sagte er. "Der Chorleiter lebt das wirklich. Er hat die Jungs im Griff."
Beliebtester Informationspunkt der Klinik-Nachtschwärmer war diesmal der Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach der Helios Klinik. Der milde Abend mit klarer Sicht lockte zur Rundumsicht über Sangerhausen, auch wenn kein Hubschrauber da war. Ein weiteres i-Tüpfelchen war der Helios-Truck, in dem unter anderem zur Blutdruckmessung und zum Zuckertest, aber auch zur "Schlüsselloch-Chirurgie" eingeladen wurde. Viele Besucher nutzten die Möglichkeit der Besuche in den Abteilungen, wie Radiologie und den OP-Räumen.